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Trotz Bauspar-Minus ist die LBS Süd vorsichtig optimistisch

Die Krise im Bausektor drückt auf das Geschäft der Landesbausparkasse Süd. Vor allem bei der Baufinanzierung ging es 2023 abwärts. Der Chef des neuen Instituts gibt sich aber vorsichtig optimistisch.

Landesbausparkasse Süd
Das Logo der Landesbausparkasse Süd am Eingang der Verwaltung in Stuttgart. Foto: Bernd Weißbrod/DPA
Das Logo der Landesbausparkasse Süd am Eingang der Verwaltung in Stuttgart.
Foto: Bernd Weißbrod/DPA

Trotz der Krise im Bausektor blickt die neue Landesbausparkasse Süd recht optimistisch in die Zukunft. Die Jahre des teuer erkauften Immobilienbooms seien vorbei und würden absehbar nicht wiederkommen, sagte Vorstandsvorsitzender Stefan Siebert bei der ersten Bilanzpressekonferenz des Instituts in Stuttgart. Darüber hinaus hätten Inflation und Zinswende gegenwärtig ihre Spuren im Bausektor hinterlassen. Für das Bausparkassen-System seien die Bedingungen mittel- und langfristig aber gut. Die Menschen würden aktuell das Kernargument des Bausparens erleben: »Nämlich Zinssicherheit bis zur Endfälligkeit der entsprechenden Darlehen.«

Nach der Renaissance des Bausparvertrags musste die Landesbausparkasse Süd (LBS Süd) beim Neugeschäft vergangenes Jahr wieder Abstriche machen. Die Zahl neuer Verträge sank demnach um rund elf Prozent auf 218.000 Stück. Deren Bausparsumme ging im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel zurück - von 20,5 auf 16,4 Milliarden Euro. Auf lange Sicht betrachtet sei das ein hohes Niveau, sagte Siebert. Trotz des Rückgangs liegen die Werte für das Neugeschäft demnach noch über denen der Jahre 2020 und 2021, aber etwas niedriger als 2019.

Die Zurückhaltung bei Bauprojekten - unter anderem durch den Anstieg der Zinsen - bremste den Angaben nach auch das Neugeschäft bei der Baufinanzierung deutlich. Es sank im vergangenen Jahr um 25 Prozent auf rund 2,8 Milliarden Euro. Das Minus sei niedriger ausgefallen als der Gesamtmarkt, der um gut 37 Prozent geschrumpft sei, hieß es.

Die LBS Süd ist die Bausparkasse der Sparkassen in Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz. Sie ging vergangenes Jahr aus der Fusion der Vorgängerinstitute LBS Südwest und LBS Bayern hervor. Das neue Institut mit Sitz in Stuttgart und München ist nach eigenen Angaben die größte der fünf Landesbausparkassen Deutschlands. Anders als die Genossenschaftsbanken haben die öffentlich-rechtlichen Sparkassen bislang keine bundesweit agierende Großbausparkasse nach dem Muster der Schwäbisch Hall aufgebaut.

Die neue Bank hatte im vergangenen Jahr eine Bilanzsumme von rund 38,1 Milliarden Euro und fast 2,7 Millionen Kundinnen und Kunden. Das Betriebsergebnis lag bei voraussichtlich 63,5 Millionen Euro. Insgesamt arbeiteten bei dem Institut rund 1500 Menschen sowie etwa 860 Berater im Außendienst.

© dpa-infocom, dpa:240304-99-214193/2