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Tipps, wie man sich auf dem Wasen nicht mit Corona ansteckt

Der Leiter des städtischen Gesundheitsamts hat für die Besucher einige Verhaltensvorschläge

Wer ins Bierzelt geht, sollte sich vorher auf das Coronavirus testen, rät der Leiter des Stuttgarter Gesundheitsamts.  FOTO: GEA
Wer ins Bierzelt geht, sollte sich vorher auf das Coronavirus testen, rät der Leiter des Stuttgarter Gesundheitsamts. FOTO: GEA
Wer ins Bierzelt geht, sollte sich vorher auf das Coronavirus testen, rät der Leiter des Stuttgarter Gesundheitsamts. FOTO: GEA

STUTTGART. Mag die Sommerwelle auch abgeebbt und Corona derzeit ein Randthema sein: Im Herbst könnte sich das schnell ändern. Ist es da ratsam, auf dem Wasen das Volksfest zu feiern? Der Leiter des städtischen Gesundheitsamts, Stefan Ehehalt, will »niemandem das Volksfest vermiesen«. Das betont der Mediziner, obwohl er erwartet, dass man danach »eine höhere Zahl« von Corona-Infektionen haben werde. Dennoch sei das Volksfest ein »vertretbares Risiko«. Ein paar Vorschläge zum Infektionsschutz gibt er den Menschen aber doch mit auf den Weg.

Vor Bierzelt-Besuch Test machen

Nicht nur in Bus und Bahn sollte man bei der Hin- und Rückfahrt Maske tragen, findet Ehehalt, sondern auch, wenn man etwa in der Schlange vor einem Fahrgeschäft steht. Dies sei überall dort geboten, »wo man mit vielen verschiedenen Menschen zusammenkommt und keinen Abstand halten kann«. Und wer schon weiß, dass er zum Feiern in eines der Volksfestzelte geht, wo keine Maskenpflicht besteht, sollte sich zuvor zu Hause auf das Coronavirus testen oder testen lassen, findet der Amtsleiter. Und vor allem: »Wer Symptome einer Atemwegserkrankung hat, sollte nicht zum Volksfest gehen« – das ist für Stefan Ehehalt keine Frage. Und für das Tragen einer Maske plädiert der Amtsleiter auch, wenn sich die Gäste im Festzelt bewegen und etwa zur Toilette gehen.

Rechtlich gibt es derzeit keine Corona-Auflagen für Gäste und fürs Personal in den Zelten, erklärt Albrecht Stadler, der zuständige Abteilungsleiter im Ordnungsamt. Zum 1. Oktober, also in der Zeit, in der das Volksfest noch im Gange ist, seien zwar – auch was den Arbeitsschutz angeht – neue Coronaregelungen zu erwarten. Ob darin aber wieder strengere Richtlinien enthalten sein oder die jetzigen nur verlängert werden, sei nicht absehbar, so Stadler.

Der Gesundheitsamtsleiter Ehehalt will indessen vor Beginn des Volksfests an diesem Freitag den Wirten bei Bedarf noch einen Gesprächstermin anbieten, um mit diesen mögliche Vorkehrungen auch zum Infektionsschutz des Personals zu besprechen. Für den weiteren Verlauf der Pandemie rechnet Ehehalt wie viele Experten mit dem schwächsten von drei möglichen Entwicklungsszenarien. Es werde zwar wieder zu »gehäuften Infektionen« kommen, nimmt er an. Die Krankheitslast werde aber vermutlich ähnlich sein wie zurzeit oder wie in der Sommerwelle »mit überwiegend milden Krankheitsverläufen«, nimmt der Amtsleiter an. Wegen der wieder zu erwartenden hohen Zahl von Arbeitsausfällen werden deshalb »die Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens« und der Schutz der vulnerablen Gruppen der Gesellschaft die zentralen Coronathemen im Herbst und Winter sein.

Maske bleibt das Mittel der Wahl

Es werde deshalb »nicht ganz ohne Coronamaßnahmen gehen«, so Ehehalt. Er plädiert daher für das Tragen der Maske, wo man keinen Abstand halten könne und auf viele unterschiedliche Menschen treffe. Und ältere Menschen sowie Angehörige einer Risikogruppe sollen sich bald impfen lassen. Bisher sei die Nachfrage aber »verhalten«. Am vergangenen Mittwoch aber hätten in Alten- und Pflegeheimen Impfaktionen mit dem neuen Impfstoff begonnen.

Gegenwärtig sind praktisch alle Corona-Indikatoren rückläufig. Die Inzidenz lag in Stuttgart zuletzt bei 142 Fällen pro 100 000 Einwohner, am Vortag waren es noch 108. In den Vorjahren stieg die Inzidenz immer einige Wochen nach dem Ende der Schulferien. Dass es in den nächsten zwei, drei Wochen einen ähnlichen Trend geben wird, kann sich Ehehalt vorstellen. Er sagt aber auch, dass die Entwicklung etwas schwächer ausfallen könnte als in den Vorjahren, da sich während der Sommerwelle viele mit dem Coronavirus infiziert hätten und dadurch dann »etwa drei Monate lang doch recht gut geschützt sind«. Die Lage in den Krankenhäusern sei jedenfalls stabil, auch Personalengpässe wie während der Sommerwelle gebe es derzeit nicht.

Auch die Zahl der Schnelltests ist zurückgegangen. Im September waren es bisher 28 143 (im ganzen August 84 915). Anders aber als bisher, als die Positivrate der rückläufigen Testzahlen stets gestiegen ist, ging auch diese Quote jetzt auf zwei Prozent zurück (Vormonat: 3,6 Prozent). Ähnlich die Entwicklung bei den PCR-Tests, deren Zahl in der Vorwoche bei 1 923 lag (nach 2 109 die Woche davor). Auch hier ging die Positivrate weiter von 11,3 auf 11,2 Prozent zurück.

Da aber damit zu rechnen ist, dass diese Trends sich wieder ändern, wenn erst die nächste Coronawelle an Fahrt gewinnt, bereitet die Stadt eine Entlastung der niedergelassenen Arztpraxen vor. Diese waren schon in der Sommerwelle wegen des Andrangs an Patienten stark unter Druck geraten. Deshalb hat das Gesundheitsamt den Betrieb einer zeitlich begrenzten Fieberambulanz ausgeschrieben. In der kombinierten Einrichtung sollen pro Tag mindestens 250 Infektpatienten versorgt, 600 Abstriche genommen und 800 Impfungen angeboten werden können. Und weil es in der Stadt einen Mangel an Kinder- und Jugendärzten gibt und diese in der Infektzeit im Herbst und Winter ohnehin über Gebühr belastet sind, soll diese Fieberambulanz neben Erwachsenen auch eine zusätzliche Anlaufstelle für Kinder sein, betont Ehehalt. (GEA)