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Stuttgarter Richter sollen von KI entlastet werden

Angesichts der Flut an Klagen wegen des Dieselskandals in der Autobranche greift die Justiz in Baden-Württemberg nun zu ungewöhnlichen Mitteln. Künftig soll künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt werden, um die Stuttgarter Richter zu entlasten. »Nach Erprobung des Prototyps wird das System jetzt bei den vier Dieselsenaten des Oberlandesgerichts Stuttgart eingeführt«, sagte die baden-württembergische Justizministerin Marion Gentges der »Stuttgarter Zeitung« und den »Stuttgarter Nachrichten« (Montag).

Diesel
Ein Auto von Mercedes mit Dieselantrieb pustet Abgase. Foto: Marijan Murat
Ein Auto von Mercedes mit Dieselantrieb pustet Abgase.
Foto: Marijan Murat

Wegen der Dieselklagen unter anderem gegen Mercedes sind allein am OLG Stuttgart über 13.000 Verfahren in der Berufung anhängig. Das sei ohne technische Hilfe kaum mehr zu bewältigen, hieß es aus dem Justizministerium. Die KI soll vor allem die Fälle aus den Schriftsätzen herausfiltern, die gleich gelagert sind. Kläger sind Besitzer von Dieselfahrzeugen, bei denen die Firmen unzulässige Abschalteinrichtungen in die Abgasreinigung eingebaut haben sollen.

© dpa-infocom, dpa:221023-99-232672/2