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Statistiker rechnen mit schlechterer Obsternte im Südwesten

Die Obstbauern in Baden-Württemberg müssen sich in diesem Jahr voraussichtlich auf eine deutlich schlechtere Ernte einstellen. Nach vorläufigen Schätzungen kann mit einer Apfelernte von 307.000 Tonnen gerechnet werden, wie das Statistische Landesamt am Freitag in Stuttgart mitteilte. Die prognostizierte Erntemenge liege somit 18 Prozent unter dem Vorjahreswert und 12 Prozent unter dem sechsjährigen Mittel. Niedriger war die Menge bei der Apfelernte zuletzt im besonders schlechten Jahr 2017 mit 113.000 Tonnen.

Rund 42 Prozent der zu erntenden Äpfel sind demnach die Hauptsorten Elstar, Gala, Braeburn und Jonagold. Die Grundlage der Prognose sind Schätzwerte von Ernteberichterstattern aus dem Juli.

Während die Ernte der Äpfel noch anstehe, sei die Kirschernte bereits weitestgehend abgeschlossen, hieß es weiter. Für beiden Sorten wurden die Ertragsschätzungen nach unten korrigiert: Für Süßkirschen rechnen die Statistiker nun mit einer Menge von 13 500 Tonnen. Das ist ein gutes Viertel weniger als im vergangenen Jahr und 22 Prozent weniger als im sechsjährigen Mittel. Ähnlich deutlich fällt das Minus bei den Sauerkirschen aus: Mit nur 900 Tonnen ernteten die Obstbauern demnach etwa ein Fünftel weniger als 2022. Im Vergleich zum Sechsjahresmittel ist der Wert sogar um mehr als die Hälfte eingebrochen.

Die Gründe für die voraussichtlich schlechtere Ernte sind den Angaben nach hauptsächlich Frost während der Blüte der Apfel- und Kirschbäume sowie regionale Hagel- und Unwetterschäden. Aber auch Trockenheit und Hitze hätten wie im vergangenen Sommer ihre Spuren hinterlassen.

Die anstehende Pflaumen- und Zwetschgenernte dürfte sich hingegen in einem ähnlichen Bereich bewegen wie in den vergangenen Jahren. Die Berichterstatter rechnen mit 17.200 Tonnen - rund 5 Prozent weniger als vergangenes Jahr, aber 3 Prozent mehr als im Sechsjahresmittel.

Mitteilung

© dpa-infocom, dpa:230811-99-805173/3