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Pilz-Chefin: Schäme mich nicht für meine Tränen

Emotionen und Tränen sollten aus Sicht von Pilz-Chefin Susanne Kunschert (52) auch in der Chefetage kein Tabu sein. »Gefühle gehören zu jedem Menschen. Jeder Mensch soll seine Gefühle zeigen dürfen in jeder Position«, sagte die geschäftsführende Gesellschafterin des Automatisierungsspezialisten aus Ostfildern (Kreis Esslingen) dem »Handelsblatt« (Montag). Wenn sie sich hinter einer Maske verbergen müsste, »dann wäre das nicht ich«.

Sie habe keine Angst, dass ihr Tränen als Schwäche ausgelegt werden, sagte sie weiter. »Es zeigt meine Fürsorge und Dankbarkeit und wird als ehrliche Nähe zu meinen Leuten gewürdigt.« Der Zusammenhalt innerhalb der Firma nach einem Hackerangriff 2019 etwa überwältige sie noch heute. »Ich schäme mich nicht dafür.« Wenn sie mal weine, dann sei das echt - komme aber auch nicht häufig vor.

Kunschert führt das Familienunternehmen mit 400 Millionen Euro Jahresumsatz gemeinsam mit ihrem Bruder Thomas Pilz. Die beiden übernahmen 2017 die Firmenleitung von ihrer Mutter Renate, die nach dem frühen Tod von Eigentümer Peter Pilz, der 1975 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, die Geschäfte übernommen hatte.

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© dpa-infocom, dpa:230717-99-431404/3