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Party mit »grünem Tee«: Union feiert Ligaverbleib

Union Berlin zittert sich trotz zwei verschossener Elfmeter zum Bundesliga-Verbleib. Während die Köpenicker in eine wilde Nacht starten, sucht Freiburgs Coach Streich die Fehler bei sich.

Kevin Volland
Union Berlins Kevin Volland reagiert unzufrieden. Foto: Tom Weller/DPA
Union Berlins Kevin Volland reagiert unzufrieden.
Foto: Tom Weller/DPA

Erlöser Janik Haberer führte den 1. FC Union Berlin auf der Ehrenrunde durch die Alte Försterei an. Als Robin Gosens und Co. ihre Kinder von den Tribünen holten, um gemeinsam den Last-Minute-Verbleib in der Fußball-Bundesliga zu feiern, mussten sie sich durch viele weinende Fans kämpfen. Die wilden 99 Minuten mit zwei vergebenen Elfmetern und einer Roten Karte für Unions Torwarttrainer Michael Gspurning hatten Club-Verantwortliche, Spieler und Fans gleichermaßen mitgenommen.

»Wir werden heute Abend den ganzen Frust rauslassen, den wir über die Saison hatten, und total befreit das Ganze feiern«, kündigte Benedict Hollerbach an. Der 23-Jährige hatte die Köpenicker mit seinem Distanzhammer (68.) in Führung geschossen, bevor Haberer (90.+2) die Alte Försterei in Ekstase versetzte und den zwischenzeitlichen Ausgleich durch Ritsu Doan (85.) wieder wettmachte.

Dass Josip Juranovic (38.) und Kevin Volland (90.+2) gleich zwei Elfmeter vergeben hatten, war am Ende nur noch ein Randaspekt. »Mit dem Elfmeterschießen, da müssen wir nochmal gucken«, sagte Interimstrainer Marco Grote mit einem Augenzwinkern.

Grüner Tee und paar Erfrischungen

Zeitgleich dröhnte aus der Unioner Kabine laute Musik. Der Startschuss für eine wilde Party-Nacht. »Bei einem grünen Tee und ein paar anderen Erfrischungen«, antwortete Hollerbach auf die Frage nach dem bevorstehenden Feierprogramm.

Ein Jahr nach der historischen Qualifikation für die Königsklasse haben die Eisernen den Patzer des VfL Bochum im Saisonfinale genutzt und den Absturz in die 2. Liga verhindert. Nach null Siegen in der Königsklasse, insgesamt zwei Trainer-Freistellungen und oft leblosen Auftritten im Bundesliga-Endspurt waren die Berliner fünf Jahre nach dem Aufstieg fast am Tiefpunkt angekommen. »Ende gut, alles gut? Naja, das war trotzdem eine schlechte Saison«, urteile Kapitän Christopher Trimmel am Samstag und dankte dem Trainer-Team: »Die haben uns das Selbstvertrauen eingeimpft. Unsere Tugenden standen wieder im Vordergrund.«

Streich ist »maximal enttäuscht« von sich

Freiburg musste nach der Niederlage hingegen seine Träume vom Europapokal begraben und beendete die Saison als Zehnter. Während sich die Unioner vor ihrer Kurve feiern ließen und Bierbecher wild durch die Luft flogen, standen die SC-Spieler wie versteinert vor dem Gäste-Block. Minutenlang blickten Maximilian Eggestein und Co. mit lebloser Miene in die Gesichter ihrer Fans. »Schon traurig, klar hätten wir gerne europäisch gespielt«, sagte ein geknickter Kapitän Christian Günter später.

Nach fünf Spielen ohne Sieg suchte Christian Streich die Schuld bei sich. »Dass wir die letzten Wochen kein Spiel gewonnen haben, ist unglaublich. Das muss ich mir vorwerfen lassen«, sagte der 58-Jährige nach seinem letzten Spiel als SC-Coach. »Wir hatten gute Spiele dabei, aber wir haben kein einziges gewonnen. Ich bin jetzt maximal enttäuscht von mir, dass ich es nicht geschafft habe, der Mannschaft den letzten Impuls zu geben. Es tut mir leid für die Fans und die Mannschaft«, sagte Streich und verschwand in der Kabine.

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© dpa-infocom, dpa:240517-99-72879/4