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Oberschwaben und Bodensee: Funkenfeuer treiben Winter aus

Mit lodernden Funkenfeuern haben viele Orte in Oberschwaben und der Bodenseeregion am Wochenende symbolisch den Winter vertrieben. Im Ravensburger Ortsteil Oberzell stapelte der Funkenverein bis Samstag Christbäume, Paletten und Holzkisten zu einem rund zehn Meter hohen Turm, wie Vereinsvorsitzender Andreas Hofherr sagte. Obenauf thronte die »Funkenhexe« aus altem Stoff, Stroh und Heu - und mit leuchtenden Augen in Form zweier Glühbirnen. Während das Funkenfeuer am Samstagabend vor Hunderten Zuschauern brannte, zündete der Verein zudem ein kleines Feuerwerk.

Funkenfeuer treibt Winter aus
Hunderte Besucher schauen sich das Funkenfeuer an. Foto: Felix Kästle
Hunderte Besucher schauen sich das Funkenfeuer an.
Foto: Felix Kästle

Gefeiert wird der Brauch vor allem im schwäbisch-alemannischen Raum - dieses Jahr als Brauchtumsveranstaltung meist unter 3G-Bedingungen. Funkenfeuer brennen auch im Allgäu und im Schwarzwald. Im nahen österreichischen Vorarlberg gehört der Funkensonntag seit einigen Jahren sogar zum Immateriellen Kulturerbe.

Die Wurzeln des Brauches liegen in einem heidnischen Kult zur Vertreibung des Winters. Andere Überlieferungen schreiben ihn Fruchtbarkeitsriten und keltischen Brandopfern zu. In manchen Orten gibt es auch die Tradition des Scheibenschlagens: Dabei werden Holzscheiben zum Glühen gebracht und von einer Anhöhe geworfen.

© dpa-infocom, dpa:220306-99-407242/3