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Mutmaßlich Schwester und Tochter getötet: Prozess

Eine 45-jährige Frau steht bis Anfang Juli vor Gericht, weil sie ihre Schwester und ihre eigene Tochter in einer Obdachlosenunterkunft getötet haben soll. Die Angeklagte äußerte sich am Mittwoch vor einer Schwurgerichtskammer des Offenburger Landgerichts selbst nicht zu den Vorwürfen. Laut ihrem Pflichtverteidiger räumt sie jedoch die Anschuldigung ein: »Warum sie völlig ausgerastet ist, kann sie sich selbst überhaupt nicht vorstellen«, sagte der Jurist.

Beginn Prozess gegen eine 45-Jährige wegen Totschlags
Die 45-jährige Angeklagte (M) sitzt neben ihrem Verteidiger (l) im Gerichtssaal. Foto: Philipp von Ditfurth
Die 45-jährige Angeklagte (M) sitzt neben ihrem Verteidiger (l) im Gerichtssaal.
Foto: Philipp von Ditfurth

Die Frau ist wegen zweifachen Totschlags angeklagt. Sie sitzt in Untersuchungshaft und wurde mit Handschellen in den Gerichtssaal geführt.

Unter den drei Frauen gab es laut Anklage erhebliche Spannungen. In der Unterkunft kam es im Juli 2022 zu einem Streit. Die Angeklagte Frau soll ihrer 19-jährigen Tochter und ihrer 49-jährigen Schwester unterstellt haben, ein sexuelles Interesse an ihrem ehemaligen Lebensgefährten zu haben.

Die Tatverdächtige soll zunächst mit einer Pfanne auf die Tochter eingeschlagen haben. Dann habe sie zu einem Messer und schließlich zu einer Schere gegriffen. Sie attackierte auch die Schwester, die am Ende 45 Schnitt- und Stichwunden an Hals und Kopf erlitt. Bei der Tochter wurden 22 sogenannte Riss-Quetschwunden und mehrere Verletzungen im Gesicht und am Hals festgestellt. Beide Opfer starben an ihren Verletzungen.

Die Angeklagte schilderte vor Gericht, sie sei im Alter von 12 bis 13 Jahren mit ihrer Familie von Serbien in den Südwesten gekommen. Die vierfache Mutter lebte vor ihrer Verhaftung in Offenburg. Der Prozess soll nach bisheriger Planung am 7. Juli enden (Rechtssache Az: 1 Ks 303 Js 13425/22)

© dpa-infocom, dpa:230509-99-624247/4