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ICE Berlin-Paris: Route via Saarbrücken wahrscheinlicher

Karlsruhe und Mannheim wollen Teil der neuen Schnellzugstrecke Berlin - Paris sein. Bundesverkehrsminister Wissing hält die Variante über Saarbrücken für wahrscheinlicher. Maßgeblich sei stets die Effizienz einer Strecke.

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Ein ICE steht an einem Bahnhof. Foto: Martin Schutt/DPA
Ein ICE steht an einem Bahnhof.
Foto: Martin Schutt/DPA

In der Debatte über die Strecke der neuen ICE-Verbindung zwischen Berlin und Paris hat sich nun auch Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) geäußert. Mit Blick auf die Frage, ob der geplante neue Schnellzug zwischen Berlin und Paris über Saarbrücken oder über Karlsruhe und Straßburg fahren wird, sagte der FDP-Politiker der Deutschen Presse-Agentur: »Die Saarländer wollen Saarbrücken und die Baden-Württemberger wollen Karlsruhe. Das ist wenig überraschend.« Wichtig sei, dass es ab Dezember 2023 zwischen Paris und Berlin eine neue Nachtzugverbindung geben wird.

Für eine schnelle Realisierung der neuen Direktverbindung hätten sich die französische SNCF und die Deutsche Bahn darauf verständigt, zunächst die Verknüpfung existierender Verbindungen von Paris nach Frankfurt und Frankfurt nach Berlin zu untersuchen. »Das macht nach aktueller Planung eine Streckenführung über Saarbrücken wahrscheinlich.« Schon heute seien aber zwei Drittel aller Frankreich-Züge des Fernverkehrs auf der Strecke Straßburg und Karlsruhe unterwegs.

»Es ist Aufgabe der verantwortlichen Eisenbahnunternehmen, eine Strecke zu finden, die effizient bedient werden kann«, sagte Wissing. »Die angebotenen Verbindungen im Fernverkehr werden nicht im Bundesverkehrsministerium festgelegt. Etwas anderes ist das im Regionalverkehr. Da wird stärker Einfluss genommen. Aber da sind die Länder die Akteure.«

Im Juni hatte sich der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) anders positioniert. »Aus baden-württembergischer Sicht wäre es natürlich schön, wenn es über Karlsruhe und Mannheim ging«, sagte Hermann. Es sei wichtig, dass die beiden Großstädte im Südwesten eingebunden seien.

Erst kürzlich hatten deutsche und französische Rathauschefs und Parlamentarier dazu aufgerufen, den geplanten ICE über Karlsruhe und Straßburg fahren zu lassen. Auch Frankreichs beigeordneter Verkehrsminister Clément Beaune äußerte sich in diesem Sinne. Straßburg wird insbesondere in Frankreich eine hohe symbolische Bedeutung zugemessen - wegen des Sitzes des Europaparlaments in der elsässischen Metropole.

© dpa-infocom, dpa:230729-99-589857/2