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Coronavirus im Südwesten: Behörden haben Betroffene im Blick

Vier Menschen haben sich in Baden-Württemberg bislang mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Die Behörden schauen genau hin, wie es den Menschen geht - und wer mit ihnen Kontakt hatte. Derweil bemüht sich der Gesundheitsminister, Ruhe zu verbreiten.

Manfred „Manne“ Lucha (Grüne) gestikuliert während er redet
Gesundheitsminister Manfred »Manne« Lucha (Grüne) gestikuliert während eines Statements. Foto: Uli Deck/dpa/Archivbild
Gesundheitsminister Manfred »Manne« Lucha (Grüne) gestikuliert während eines Statements. Foto: Uli Deck/dpa/Archivbild

STUTTGART. Nach dem Bekanntwerden von vier Coronavirus-Infektionen in Baden-Württemberg behalten die Gesundheitsbehörden im Südwesten die Patienten genau im Blick - und deren Kontaktpersonen, also Familie, Freunde und Kollegen. Am Mittwochabend hatte das Gesundheitsministerium den vierten Fall im Südwesten mitgeteilt - ein 32-Jähriger aus dem Landkreis Rottweil habe sich infiziert.

Der Mann habe sich nach seiner Rückkehr aus dem italienischen Codogno wegen der typischen grippeähnlichen Symptome beim örtlichen Gesundheitsamt gemeldet, hieß es vom Ministerium. Er werde nun in einem Krankenhaus betreut und isoliert von anderen Patienten behandelt. Seine Ehefrau, die mit ihm gereist war, und sein Kind sind laut Ministerium negativ getestet worden. Sie blieben in »häuslicher Absonderung«. Sobald eine der Kontaktpersonen Symptome entwickelt, wird sie den Angaben zufolge ebenfalls in einem Krankenhaus isoliert.

Bei dem sogenannten Patienten Null - dem ersten bekanntgewordenen nachgewiesenen Fall - handelt es sich um einen 25-Jährigen aus dem Landkreis Göppingen. Seine Infektion war am Dienstagabend bekannt geworden. Der Mann hatte sich vermutlich bei einem Italien-Urlaub vergangene Woche infiziert.

Am Mittwoch teilte das Universitätsklinikum Tübingen dann zwei weitere Fälle im Südwesten mit: die 24 Jahre alte Reisebegleitung des 25-Jährigen aus dem Italien-Urlaub und deren Vater, ein Oberarzt in der Pathologie am Tübinger Universitätsklinikum. Beide stehen auf der Liste der Kontakte des 25-Jährigen aus den vergangenen Tagen. Noch am selben Tag wurde dann der vierte Fall bekannt. Den beiden Tübinger Patienten und dem Mann in Göppingen ging es am Mittwoch laut den Behörden gut.

Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) bemühte sich vor Bekanntwerden der neuen Fälle darum, Ruhe zu verbreiten. »Es gibt nach wie vor keinen kursierenden Virus bei uns«, sagte er. Die Krankenhäuser seien vorbereitet, es sei aber noch alles unter Kontrolle, der Weg des Erregers im Südwesten könne nachgezeichnet werden. Auch die Tübinger Mediziner gaben sich überzeugt, den Erreger isoliert und die Ansteckungsgefahr in den Griff bekommen zu haben.

Bislang sind laut Ministerium 13 Kontakte des erkrankten 25-Jährigen aus dem Kreis Göppingen bekannt und informiert, darunter die junge Frau aus Tübingen und eine italienische Freundin des Paares. Problematisch könnte noch ein Kinobesuch des Mannes mit einem Bekannten im bayrischen Neu-Ulm sein. Laut Landratsamt saßen am Samstagabend insgesamt 138 Menschen im Saal. (dpa)