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Beschäftigte von Teigwaren Riesa protestieren

Beschäftigte von Teigwaren Riesa aus Sachsen haben am Donnerstag vor dem Gebäude des Nudelproduzenten Alb-Gold in Trochtelfingen auf der Schwäbischen Alb protestiert. Dort hat die Eigentümerfamilie Freidler ihren Sitz, die Teigwaren Riesa nach der Wende gekauft hatte. Mit der Aktion wollten die Beschäftigten in den festgefahrenen Lohnverhandlungen Druck aufbauen.

»Armutslöhne beim ostdeutschen Markenführer müssen endlich der Vergangenheit angehören«, teilte Olaf Klenke von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) am Donnerstag mit. Die Gewerkschaft fordert zwei Euro mehr Lohn pro Stunde bis Ende 2023. Aktuell haben demnach viele Beschäftigte einen Stundenlohn von knapp über zwölf Euro. Seit rund zwei Wochen streiken Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Nudelherstellers in Riesa. Die Aktion in Trochtelfingen stand unter dem Motto »Wir machen rüber« und bezog sich auf einen Spruch, mit dem seinerzeit viele DDR-Bürger ihre Absicht zu einer Übersiedlung in den Westen bekundeten.

Eine Sprecherin des Unternehmens verwies am Donnerstag auf ein Angebot von Ende August, das die Gewerkschaft ohne vertiefte Besprechung abgelehnt habe. Demnach soll es in zwei Stufen insgesamt zehn Prozent mehr Lohn innerhalb eines Jahres geben. Die nicht verhandlungsbereite Gewerkschaft gefährde mit unrealistischen Forderungen die Zukunft des Unternehmens, sagte sie. Beim Nudelhersteller in Riesa arbeiten etwa 150 Beschäftigte.

© dpa-infocom, dpa:221020-99-198006/2