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Baden-Württemberg kooperiert mit Florida

Die beiden Staaten wollen in verschiedenen Bereichen, wie Wirtschaft oder Bildung zusammenarbeiten.

Nicole Hoffmeister-Kraut mit der unterzeichneten Kooperationserklärung mit dem Staat Florida. FOTO: DRENOVAK
Nicole Hoffmeister-Kraut mit der unterzeichneten Kooperationserklärung mit dem Staat Florida. FOTO: DRENOVAK
Nicole Hoffmeister-Kraut mit der unterzeichneten Kooperationserklärung mit dem Staat Florida. FOTO: DRENOVAK

ORLANDO. Ab sofort gibt es eine handfeste Kooperation zwischen dem Bundesland Baden-Württemberg und dem amerikanischen Bundesstaat Florida. Am Mittwochabend unterzeichneten Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut und ihr Pendant Secretary of Commerce J. Alexander Kelly eine »Joint Declaration of Intent«. Darin wird die Kooperation der beiden Partner vereinbart. Diese wollen künftig die Zusammenarbeit von Unternehmen fördern, Experten, Start-ups und junge Menschen zusammenbringen sowie den Austausch von Wissen und Forschung fördern. Hoffmeister-Kraut befand sich rund eine Woche mit einer großen Delegation, mit Vertretern aus Wirtschaft und Forschung in den Vereinigten Staaten, um Handelsgespräche zu führen und sich mit politischen Vertretern der USA auszutauschen.

»Baden-Württemberg und Florida sind beides sehr starke Wirtschaftsregionen die eine klare Ambition haben die Industrien der Zukunft zu gestalten«, erklärte Ministerin Hoffmeister-Kraut bei der Unterzeichnung der Erklärung in den Räumlichkeiten der Universität von Zentral Florida (UCF) in Orlando. Die neuen Partner wollen sowohl große als auch kleine Unternehmen im privatwirtschaftlichen Sektor dazu ermutigen eng zusammenzuarbeiten und neue Geschäftsfelder zu entwickeln. Ferner sollen komplementäre Cluster durch Handel und Investitionen entstehen.

Workshops und Konferenzen

Im Bereich der Forschung und Entwicklung soll es künftig regelmäßige Workshops, Konferenzen und andere Treffen geben, bei denen speziell Experten, aber auch kleinere und kürzlich gegründete Firmen in einen wirtschaftlichen Dialog eingebunden werden sollen.

Ein weiterer Schwerpunkt sei der Dual-Use-Sektor, wie Hoffmeister-Kraut betont. Dieser Sektor umfasst Waren, Technologien und Software, die sowohl für zivile als auch militärische Zwecke genutzt werden können und deshalb strengen Exportkontrollen unterliegen. Und nicht zuletzt wollen Florida und Baden-Württemberg wissenschaftliche und technische Informationen, beispielsweise zwischen Universitäten, öffentlich austauschen. Entsprechend sollen auch Studienreisen und Austausche zwischen Hochschulen organisiert werden.

»Diese Partnerschaft erlaubt es uns gemeinsam in der Innovation und im internationalen Wettbewerb sowie in der strategischen Positionierung von Branchen wie Mobilität, Luft- und Raumfahrt sowie sauberer Energie und digitalen Technologien voranzukommen. Indem wir unsere Tugenden und Netzwerke zusammenbringen schaffen wir neue Möglichkeiten für Unternehmen, treiben das Wachstum und sichern hoch qualifizierte Arbeitsplätze auf beiden Seiten des Atlantiks«, betonte Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin.

Bereits einhundert deutsche Firmen haben sich mit Standorten in Florida angesiedelt. Entsprechend zeigt sich auch Florida sehr interessiert an der neuen Zusammenarbeit. Mehrfach hatten Vertreter des Staates den deutschen Südwesten besucht und sich ein Bild von der Wirtschaftskraft gemacht sowie persönliche Kontakte geknüpft. J. Alexander Kelly erklärte, dass die Unterzeichnung einen Dialog schaffe. Florida und Baden-Württemberg seien bei Innovationen in ihren jeweiligen Ländern führend, so Kelly, der allerdings auch betonte, dass Innovation nur dann wirtschaftlich funktioniere, wenn man sie teile und andere miteinbezieht.

DeSantis lässt sich vertreten

Kelly vertrat Floridas Gouverneur Ron DeSantis, der kurzfristig verhindert war. »Unter Gouverneur DeSantis’ Führung liefert unser Staat weiterhin messbare und bedeutende wirtschaftliche und wissenschaftliche Beiträge für unser Land. Durch die Unterzeichnung dieser Erklärung schaffen wir nun eine formelle Grundlage, die nach jahrelangen Anstrengungen unsere Verwaltungen, unsere Industrie und unsere Akademiker in Schlüsselsektoren zusammenbringt«, führte Kelly weiter aus. In den kommenden Wochen und Monaten soll die neue Partnerschaftserklärung nun mit konkreten Inhalten Zeitplänen und Projekten gefüllt werden.

Die Unterzeichnung stellte den Höhepunkt der rund einwöchigen Reise dar. Nicole Hoffmeister-Kraut freut sich über den erfolgreichen Verlauf und kann Zählbares wieder mit nach Hause bringen. Trotz aktuell schwieriger Verhältnisse im globalen Markt und internationalen Austausch, werden damit sehr gute Signale für die künftige Zusammenarbeit gesendet und die Ministerin zieht ein hoffnungsvolles Fazit. Die zahlreichen Partner, die zu den Gesprächen kamen und vielversprechende Perspektive für die Zukunft eröffnet hätten, das große Interesse der Amerikaner an Baden-Württemberg sowie positive Rückmeldungen der Delegationsteilnehmer zu den Netzwerkabenden zeugten vom Erfolg der Reise. (GEA)