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Anzeichen für fallende Immobilienpreise im Südwesten

Seit Jahren steigen die Immobilienpreise im Südwesten. Doch diese Entwicklung könnte bald ein Ende haben, wie aktuelle Zahlen und Prognosen des Immobilienverbands IVD Süd zeigen.

Wohnungen
Blick auf Mehrfamilienhäuser in der Innenstadt. Foto: Julian Stratenschulte
Blick auf Mehrfamilienhäuser in der Innenstadt.
Foto: Julian Stratenschulte

Wer in Baden-Württemberg auf der Suche nach einer Wohnung ist, muss weiter tief in die Tasche greifen. Die Preise im Südwesten steigen - wenn auch nicht mehr so stark wie noch vor einem halben Jahr. Das geht aus dem am Donnerstag in Stuttgart veröffentlichten Preisspiegel des Immobilienverbands IVD Süd hervor, an dem sich nach Angaben eines Sprechers rund 120 Mitglieder beteiligten.

Seit dem Frühjahr stiegen die Preise in den Großstädten demnach in der Spanne zwischen 0,8 und 2,1 Prozent. Im Halbjahr zuvor waren es noch zwischen 3,1 und 4,2 Prozent. Wer sich eine Eigentumswohnung im Bestand leisten will, muss in den Großstädten im Südwesten durchschnittlich 3936 Euro pro Quadratmeter zahlen. Im vergangenen Jahr waren es noch 3700 Euro je Quadratmeter.

»Der Kaufmarkt für Wohnimmobilien ist im Umbruch angesichts der aktuellen Unsicherheiten und Verwerfungen«, teilte ein Sprecher des Immobilienverbands mit. Es sei durchaus möglich, dass die Preise angesichts steigender Zinsen in Zukunft stagnieren oder vorübergehend auch zurückgehen könnten - insbesondere in den Großstädten.

Am tiefsten in die Tasche greifen müssen den Zahlen zufolge die Menschen in Stuttgart. Dort kostet eine Eigentumswohnung im Bestand 5850 Euro pro Quadratmeter. In den vergangenen Jahren habe es in der Landeshauptstadt eigentlich nur eine Richtung gegeben - und zwar, dass die Preise in die Höhe schnellen. Doch diese Entwicklung sei vorerst gestoppt. Zuletzt habe es bereits spürbare Preisrückgänge gegeben und es seien dort »deutliche Bremsspuren« zu beobachten, so der Sprecher. Bei Eigentumswohnungen etwa gingen die Preise in Stuttgart den Angaben zufolge um bis zu fünf Prozent zurück, für Einfamilienhäuser sogar um rund zehn Prozent. Stuttgart könne ein Trendsetter für den Südwesten sein. »Derzeit deutet es sich an, dass die Preisrücknahmen in Stuttgart auch auf andere Regionen übergreifen.«

Wie der Immobilienverband mitteilte, wird der Mietmarkt in Baden-Württemberg von moderaten Preissteigerungen geprägt. Seit Frühjahr dieses Jahres stiegen die Mieten in den Großstädten im Durchschnitt um 1,7 Prozent bei bestehenden Wohnungen und um 1,0 Prozent bei Erstbezügen. Am stärksten zogen die Mieten in Ulm (4,1 Prozent) und in Freiburg (3,9 Prozent) an. Der Verband erwartet, dass sich die Preise für Mietwohnungen nicht entspannen. Menschen, die sonst Wohnungen gekauft haben, seien nun auf der Suche nach Mietwohnungen. »Diese Leute sind finanziell nicht schlecht gestellt, schaffen es aber nicht mehr, selbst zu kaufen«, sagte der Sprecher.

Im Zehn-Jahres-Vergleich seien die Mieten deutlich langsamer gestiegen als die Preise von Eigentumswohnungen. »Die Schere zwischen den Kauf- und Mietpreisen ging immer weiter auseinander«, hieß es vom Immobilienverband.

Mitteilung

© dpa-infocom, dpa:221109-99-454386/4