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UN-Expertin: Politik vergisst die älteren Menschen

Claudia Mahler appelliert an die Politik, den Bedürfnissen älterer Menschen mehr Beachtung zu schenken. Besonders soll gegen Altersdiskriminierung verstärkt vorgegangen werden.

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UN-Expertin Claudia Mahler setzt sich für die Interessen älterer Menschen ein. Foto: Silvia Marks
UN-Expertin Claudia Mahler setzt sich für die Interessen älterer Menschen ein.
Foto: Silvia Marks

Die UN-Expertin für die Rechte älterer Menschen wirft der Politik vor, die Interessen von Rentnerinnen und Rentnern zu vergessen. »Wenn Sie mir eine Partei nennen können, die sich um die Rechte dieser älteren Personen kümmert, würde ich mich sehr freuen. Ich kenne sie nicht«, sagte Claudia Mahler der Deutschen Presse-Agentur.

»Es gibt natürlich auch den Ansatz, dass man dann Ältere wieder sichtbar macht, wenn es um die Pflege geht oder die Gesundheitsversorgung.« Das sei aber immer mit Einschränkungen und negativen Altersbildern und einem medizinischen Herangehen verbunden. »Dann heißt es ja auch immer gleich, das können Ältere nicht mehr oder das ist so teuer.«

Mahler wurde 2020 vom UN-Menschenrechtsrat zur Unabhängigen Expertin für die Rechte älterer Menschen ernannt. Mit Altersdiskriminierung ist die Stereotypisierung und Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres Alters gemeint. Mahler zufolge ist es für ältere Menschen beispielsweise oft schwer einen neuen Arbeitsplatz zu finden, weil angenommen werde, sie könnten sich nicht mehr auf was Neues einlassen.

Auch die Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes, Ferda Ataman, hatte angekündigt, verstärkt gegen Altersdiskriminierung vorgehen zu wollen. »Altersdiskriminierung ist nach wie vor weit stark verbreitet. 2020 hat in einer breit angelegten Befragung jede fünfte Person, die Benachteiligung erlebt hat, Diskriminierung aufgrund des Lebensalters angegeben«, sagte Ataman der Deutschen Presse-Agentur. »Das ist genauso oft, wie rassistische Diskriminierung angegeben wurde.«

© dpa-infocom, dpa:230430-99-504072/3