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Krieg gegen die Ukraine: So ist die Lage

Wegen russischer Drohnenangriffe wurde in der Nacht zum Samstag in mehreren Teilen der Ukraine Luftalarm ausgerufen. Betroffen war einmal mehr auch die Hauptstadt Kiew. Der Überblick.

Ukraine-Krieg - Kiseliovka
Nach einem russischen Raketenangriff: Rauch steigt aus den Ruinen eines Bauernhofs und eines noch brennenden Getreidespeichers auf. Foto: Efrem Lukatsky/DPA
Nach einem russischen Raketenangriff: Rauch steigt aus den Ruinen eines Bauernhofs und eines noch brennenden Getreidespeichers auf.
Foto: Efrem Lukatsky/DPA

Die Ukraine hat in der Nacht zum Samstag eine neue Welle russischer Drohnenangriffe gemeldet. Am späten Freitagabend war die Luftverteidigung etwa um die Hauptstadt Kiew aktiv, wie die dortige Militärverwaltung auf Telegram mitteilte. Über mögliche Opfer und Schäden war zunächst nichts bekannt. Die Menschen waren aufgerufen, Schutz in Kellern und anderen sicheren Unterkünften zu suchen. Drohnenangriffe wurden auch aus anderen Landesteilen gemeldet - etwa aus Charkiw im Osten und aus Cherson im Süden.

Die Schwarzmeerregion Odessa wurden unterdessen am Freitagabend nach offiziellen ukrainischen Angaben mit Raketen beschossen. Dabei seien mindestens drei Menschen verletzt worden. Unter den Opfern sei eine 96 Jahre alte Frau, die aus den Trümmern ihres Hauses gerettet werden konnte, schrieb Militärgouverneur Oleh Kiper. Die Angaben der Kriegsparteien lassen sich unabhängig kaum überprüfen.

Litauen leistet weitere Militärhilfe für die Ukraine

Litauen leistet der Ukraine unterdessen weitere Militärhilfe für den Abwehrkampf gegen Russland. Das baltische EU- und Nato-Land habe Abschussgeräte und weitere Ausrüstung für das Luftabwehrsystem vom Typ Nasams an Kiew übergeben, teilte das Verteidigungsministerium in Vilnius mit. Zudem seien Anti-Drohnen-Systeme und Generatoren geliefert worden. »Wir hören die Bedürfnisse der Ukraine und rufen unsere Verbündeten dazu auf, sie auch zu hören«, wurde Verteidigungsminister Arvydas Anusauskas in einer Mitteilung zitiert.

In seiner abendlichen Videoansprache am Freitag zeigte sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dankbar für die anhaltende Unterstützung der Litauer für das ukrainische Volk. »Unsere Allianz ist wirklich spürbar«, sagte er.

Kanada stationiert 15 Leopard-2-Panzer in Lettland

Lettlands Nato-Partner Kanada hat unterdessen 15 Panzer vom Typ Leopard 2 in dem Baltenstaat stationiert. »Dies ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Abschreckungs- und Kampffähigkeiten der Nato in der Region«, schrieb der lettische Verteidigungsminister Andris Spruds auf der Online-Plattform X, vormals Twitter. Damit rücke der Ausbau der bisherigen Truppenpräsenz auf Brigade-Niveau näher.

Kreml verteidigt Begnadigung von Straftätern für den Kriegsdienst

In Russland verteidigte der Kreml seine viel kritisierte Praxis, verurteilte Straftäter für den Kriegsdienst aus der Haft zu entlassen. Neben dem klassischen Begnadigungsverfahren, bei dem der Antrag eines Häftlings von mehreren Instanzen gebilligt werden muss, gebe es noch eine weitere Möglichkeit, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow: »Der zweite Weg ist, dass sie ihre Schuld mit Blut begleichen. Die Verurteilten, unter ihnen auch Schwerverbrecher, büßen für ihr Verbrechen mit Blut auf dem Schlachtfeld.«

Hintergrund ist die kürzlich bekanntgewordene Begnadigung eines verurteilten Mörders durch Präsident Wladimir Putin. Der Mann aus der sibirischen Stadt Kemerowo, der für die Tötung seiner Ex-Freundin im Jahr 2020 eigentlich zu 17 Jahren Straflager verurteilt worden war, wurde Berichten zufolge frühzeitig aus der Haft entlassen, weil er sich zum Kämpfen in der Ukraine bereit erklärt hatte. Der Fall sorgte in russischen Medien und sozialen Netzwerken für heftige Diskussionen und Empörung.

Was am Samstag wichtig wird

Im Osten und Süden der Ukraine halten die schweren Gefechte an. Nach wie vor besonders umkämpft ist die Stadt Awdijiwka im Donezker Gebiet.

© dpa-infocom, dpa:231111-99-905057/2