Logo
Aktuell Inland

Kindergrundsicherung: mittelfristig sechs Milliarden Euro

Die Einigung der Ampel-Koalition zur Kindergrundsicherung erfolgte nach einer stundenlangen Nachtsitzung. Die geforderten 12 Milliarden Euro bekommt die Familienministerin aber wohl nicht für ihr Vorhaben.

Lisa Paus
Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen) wollte zuerst 12 Milliarden Euro pro Jahr für die Kindergrundsicherung. Foto: Britta Pedersen/DPA
Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen) wollte zuerst 12 Milliarden Euro pro Jahr für die Kindergrundsicherung.
Foto: Britta Pedersen/DPA

Die Kosten für die geplante Kindergrundsicherung könnten nach ihrer Einführung im Jahr 2025 nach Schätzungen des Bundesfamilienministeriums von 2,4 auf mindestens etwa 5,8 Milliarden Euro im Jahr 2028 steigen.

Das geht aus dem Entwurf des Ministeriums für das Gesetz zur Kindergrundsicherung hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Gesetz könnte Mitte September auf den Weg gebracht werden

Der Entwurf wird zurzeit innerhalb der Regierung abgestimmt. Auch Verbände werden dazu angehört. Im Kabinett könnte das Gesetz Mitte September auf den Weg gebracht werden. Familienministerin Lisa Paus (Grüne) und Finanzminister Christian Lindner (FDP) hatten sich nach monatelangem Streit über die Finanzierung des Vorhabens in der Nacht zum Montag grundsätzlich geeinigt.

Begründet werden die steigenden Kosten mit einer zunehmenden Inanspruchnahme von Leistungen für Kinder durch die Familien. Mit der Kindergrundsicherung soll eine Bündelung dieser Leistungen, mehr Übersicht und eine vereinfachte Beantragung erreicht werden. Dadurch wird für das Einführungsjahr 2025 mit einer erhöhten Inanspruchnahme von 47 Prozent gerechnet, die sich bis 2028 auf 80 Prozent erhöhen könnte.

Bei den Kosten noch nicht mit eingerechnet sind Zusatzausgaben, die sich daraus ergeben, dass Leistungen des Staates wie das Bürgergeld oder auch die Kindergrundsicherung regelmäßig mit Blick etwa auf die Preisentwicklung im Land nach oben angepasst werden. Die langfristigen Kosten dürften also höher liegen als die genannten 5,8 Milliarden.

© dpa-infocom, dpa:230828-99-993655/4