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Immer mehr Zivilisten schwer verletzt in Ost-Kongo-Konflikt

Zivilisten geraten zunehmend zwischen die Fronten im Konflikt zwischen Milizen und Militär. Hunderte werden durch schwere Waffen verletzt, Krankenhäuser sind überfüllt.

Kongo
Uniformierte auf einem Lastwagen: Der Osten des Kongo gilt als eine der gefährlichsten Regionen der Welt. Foto: Moses Sawasawa/DPA
Uniformierte auf einem Lastwagen: Der Osten des Kongo gilt als eine der gefährlichsten Regionen der Welt.
Foto: Moses Sawasawa/DPA

Im seit Wochen eskalierenden Konflikt im Osten der Demokratischen Republik Kongo geraten nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) immer mehr Zivilisten ins Kreuzfeuer zwischen Milizen und Militär.

Es gebe einen starken Anstieg an Zivilisten, die durch schwere Waffen verletzt wurden, sagte IKRK-Generaldirektor Robert Mardini. Nach einem Besuch in der Region Kivu beschrieb er die Lage als »alarmierend«. Der Konflikt sei eine der größten und komplexesten humanitären Krisen der Welt, so Mardini.

Bilanz der vergangenen Wochen: Hunderte verletzte Zivilisten

Der Osten des Kongo gilt als eine der gefährlichsten Regionen der Welt. Seit einem Vierteljahrhundert verüben Dutzende bewaffnete Gruppen hier immer wieder Anschläge. Vielen von ihnen geht es um die Kontrolle strategisch wichtiger Bodenschätze wie Coltan, Kobalt, Gold und Diamanten. Eine der stärksten Milizen der Region, die M23, liefert sich seit Anfang Februar heftige Kämpfe mit Regierungstruppen. In den vergangenen vier Wochen sind laut IKRK Hunderte Zivilisten schwer verletzt worden, darunter Frauen und Kinder. Knapp die Hälfte sei von Granaten oder anderen schweren Waffen getroffen worden, die in dicht besiedelten Stadtgebieten einsetzt worden seien.

»Was wir jetzt im Osten der Demokratischen Republik Kongo sehen, ist in vielerlei Hinsicht beispiellos und äußerst besorgniserregend«, sagte Mardini. Krankenhäuser seien überlaufen; vor einigen Einrichtungen hätten Zelte aufgeschlagen werden müssen. Verletzte Zivilisten benötigten komplexe Operationen und Amputationen; einige seien während des Transports zu Kliniken gestorben. Etwa sieben Millionen der insgesamt 100 Millionen Bewohnerinnen und Bewohner des Landes sind nach Angaben des IKRK aufgrund des Konflikts aus ihren Häusern vertrieben worden, viele von ihnen mehrfach.

© dpa-infocom, dpa:240306-99-238311/2