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Britischer Außenminister Cameron besucht Falklandinseln

Gut 40 Jahre nach dem Falklandkrieg betont Argentinien weiterhin mit Nachdruck seinen Anspruch auf die Inselgruppe. Nun demonstriert die britische Regierung ihren Hoheitsanspruch.

David Cameron
David Camerons Besuch auf den Falklandinseln war der Nachrichtenagentur PA zufolge der erste eines britischen Regierungsmitglieds seit 2016 (Archivbild). Foto: Thomas Krych/DPA
David Camerons Besuch auf den Falklandinseln war der Nachrichtenagentur PA zufolge der erste eines britischen Regierungsmitglieds seit 2016 (Archivbild).
Foto: Thomas Krych/DPA

Mit einem Besuch auf den Falklandinseln im Südatlantik hat der britische Außenminister den Einwohnern des britischen Überseegebiets die Unterstützung seiner Regierung zugesichert. Das Archipel wenige Hundert Kilometer vor der Spitze Südamerikas wird seit Jahrzehnten auch von Argentinien beansprucht.

Solange die Falklandinseln ein Teil der »britischen Familie« sein wollten, seien sie willkommen und London werde zu ihrem Schutz und zu ihrer Verteidigung beitragen, sagte Cameron am Montagabend (Ortszeit) in der Inselhauptstadt Stanley. »Und ich hoffe, dass das für eine sehr, sehr lange Zeit, möglicherweise für immer, so bleibt.« 

Es war der erste Besuch eines britischen Regierungsmitglieds auf den Falklandinseln seit dem damaligen Verteidigungsminister Michael Fallon 2016. Der bisher letzte Außenminister, der auf die Inseln reiste, war 1994 Douglas Hurd.

Seit 1833 unter britischer Verwaltung

Die Inseln stehen seit 1833 unter britischer Verwaltung. Argentinien griff die Inseln 1982 an. Die damals herrschende argentinische Militärjunta wollte mit dem Angriff nach Einschätzung von Historikern von den zunehmenden innenpolitischen Problemen ablenken. Nachdem die argentinischen Streitkräfte während des 72 Tage dauernden Kriegs eine Reihe von Niederlagen hinnehmen mussten, unterzeichneten beide Seiten einen Waffenstillstand. Insgesamt kamen in dem Konflikt 649 Argentinier, 255 Briten und 3 Inselbewohner ums Leben.

Bei seinem Besuch legte Cameron an einem britischen Soldatenfriedhof sowie an der Gedenkstätte in Stanley je einen Kranz nieder. »Auf den Falklandinseln habe ich jenen meinen Respekt gezollt, die während des Konflikts von 1982 ihr Leben verloren haben. Wir werden den unglaublichen Einsatz der britischen Streitkräfte nie vergessen«, schrieb Cameron auf der Nachrichtenplattform X, ehemals Twitter. Im Ort Goose Green traf sich der frühere Premierminister mit Einwohnern. Argentinische Truppen hatten dort während des Kriegs Dutzende Menschen über Wochen im Gemeindezentrum gefangen gehalten.

Besuch bei einer Pinguinkolonie

Argentinien erhebt weiterhin Anspruch auf die Inseln, die dort Malvinas genannt werden. 2013 sprachen sich die Bewohner der Inseln mit großer Mehrheit für einen Verbleib bei Großbritannien aus. Nach der Entdeckung von Öl- und Gasvorkommen rund um die Inseln hat sich der Konflikt wieder verschärft.

Cameron hatte sich am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos mit dem neuen argentinischen Präsidenten Javier Milei getroffen. In Stanley sagte der Minister, London wolle gute Beziehungen zu Buenos Aires. »Aber dies wird niemals auf Kosten der Wünsche der Falklander gehen, die unserer Ansicht nach in dieser Frage absolut an erster Stelle stehen.« Cameron wollte am Dienstag eine Pinguinkolonie besichtigen und anschließend nach Paraguay weiterreisen.

© dpa-infocom, dpa:240220-99-51535/4