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Bericht: Steuertricks bei der Trump-Familie

US-Präsident Donald Trump hat nach Recherchen der »New York Times« im Laufe seines Lebens Hunderte Millionen Dollar aus dem Immobilienimperium seines Vaters Fred Trump erhalten.

US-Präsident Donald Trump
US-Präsident Donald Trump Foto: Evan Vucci/AP/dpa
US-Präsident Donald Trump
Foto: Evan Vucci/AP/dpa

WASHINGTON. Ein Großteil dieser Vermögenswerte von heute 413 Millionen Dollar (357 Millionen Euro) sei mit Hilfe von Steuertricks übertragen worden, mit denen die Trump-Familie in den 1990er Jahren riesige Summen am Fiskus vorbeigeschleust habe, berichtete das Blatt in mehreren Investigativgeschichten am Dienstag (Ortszeit).

So hätten Donald Trump und seine Geschwister etwa eine Scheinfirma gegründet, um Schenkungen ihrer Eltern zu verschleiern. Trump habe zudem geholfen, Immobilien seiner Eltern geringer zu bewerten, um Steuern bei deren Übertragung an ihn und seine Geschwister zu sparen.

Die Recherchen der »New York Times« basieren demnach auf Interviews mit ehemaligen Mitarbeitern Fred Trumps sowie zahlreichen Steuererklärungen und Finanzpapieren aus dem Umfeld der Familie. Sie werfen nicht nur ein schlechtes Licht auf die Steuerzahlungsmoral des US-Präsidenten, sie widersprechen auch Trumps im Wahlkampf oft wiederholter Angabe, ein Selfmademan zu sein und sein Vermögen im wesentlichen selbst erwirtschaftet zu haben.

Donald Trumps Anwalt Charles Harder wies die Anschuldigung zurück. »Die Vorwürfe wegen Betrugs und Steuerhinterziehung der New York Times sind zu 100 Prozent falsch und in höchstem Maße verleumderisch«, schrieb Harder auf eine Anfrage der Zeitung.

Auch das Weiße Haus reagierte verärgert und stellte die Glaubwürdigkeit des Blattes infrage. Trump-Sprecherin Sarah Sanders erklärte, die US-Steuerbehörde habe die Transaktionen bereits vor Jahrzehnten abgesegnet. »Die Glaubwürdigkeit der New York Times und anderer Medien in der US-Bevölkerung befindet sich auf einem historischen Tief, weil sie beständig damit beschäftigt sind, den Präsidenten und seine Familie anzugreifen, statt über das Weltgeschehen zu berichten.« Eine Entschuldigung sei wohl angemessen. (dpa)