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Afghanistan: WHO warnt vor medizinischer Versorgungskrise

Seit der Machtübernahme der Taliban ist Afghanistan zunehmend international isoliert. »Die Lage ist ernst«, sagt der WHO-Generaldirektor. Die Unterfinanzierung würde »unzählige Leben« gefährden.

Afghanistan
Die Unterfinanzierung des afghanischen Gesundheitssektors könnte gravierende Folgen für acht Millionen Menschen im Land haben, warnt die WHO. Foto: Nabila Lalee/DPA
Die Unterfinanzierung des afghanischen Gesundheitssektors könnte gravierende Folgen für acht Millionen Menschen im Land haben, warnt die WHO.
Foto: Nabila Lalee/DPA

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor einer schweren Krise des Gesundheitssektors in Afghanistan gewarnt. Acht Millionen Menschen in dem krisengeschüttelten Land würden den Zugang zu notwendiger und potenziell lebensrettender medizinischer Versorgung verlieren, sollte die Unterfinanzierung des afghanischen Gesundheitssektors weiter gehen, teilte die Organisation mit.

»Die Lage in Afghanistan ist ernst und der Mangel an Ressourcen und Geldern zur Unterstützung von Gesundheitspersonal und -einrichtungen gefährdet unzählige Leben«, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus laut der Mitteilung.

WHO: 875.000 Kindern droht schwere Unterernährung

Eine anhaltende Unterversorgung würde zudem bedeuten, dass rund 1,6 Millionen Menschen keinen Zugang zu psychologischer Beratung und psychosozialer Unterstützung hätten und elf Millionen Kinder keine Polio-Impfung erhalten würden. 875.000 Kindern drohe schwere Unterernährung.

Seit der Machtübernahme der Taliban im August 2021 ist Afghanistan zunehmend international isoliert. Nach Jahrzehnten von Krieg und Konflikten gilt die humanitäre Lage im Land als äußerst prekär. Nach Angaben der UN sind 28 Millionen Menschen für ihr Überleben von humanitärer Hilfe abhängig. In dem Land leben geschätzt 37 Millionen Menschen.

© dpa-infocom, dpa:230818-99-879479/3