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MV-Werften: Insolvenzverwalter nach Bieterrunde optimistisch

Im Januar hatte die MV-Werften-Gruppe Insolvenz angemeldet. Nach der ersten Bieterrunde spricht der Insolvenzverwalter nun von mehreren Interessenten. Eine Entscheidung soll bald fallen.

MV Werft
Die MV-Werften-Gruppe hat Anfang 2022 Insolvenz angemeldet. Foto: Bernd Wüstneck
Die MV-Werften-Gruppe hat Anfang 2022 Insolvenz angemeldet.
Foto: Bernd Wüstneck

Der Insolvenzverwalter der MV-Werften ist zuversichtlich, für die beiden verbliebenen Standorte des Unternehmens geeignete Abnehmer zu finden.

Er peile eine Entscheidung für Ende Mai 2022 an, teilte Insolvenzverwalter Christoph Morgen am Montag in Hamburg mit. Am vergangenen Freitag war eine erste weiche Frist für die Abgabe von Interessensbekundungen ausgelaufen.

In den nächsten Wochen wolle man nun auf die Interessenten zugehen und absprechen, wie viel Gesprächsbedarf dort intern besteht, bevor die Bieter verbindliche Angebote für die Nachnutzung der Standorte in Wismar und Rostock sowie die Finanzierung vorlegen können. Man wolle sich keinen Druck durch unnötige Fristen auferlegen, so Morgen.

Wohl mehrere Interessenten für beide Standorte

Wie der Insolvenzverwalter erläuterte, gebe es für beide Standorte mehrere Interessenten, die sowohl im Bereich des Schiffbaus, der Offshore-Windkraft, wie auch im Geschäft mit der Verpachtung von Immobilien tätig sind. Dem Vernehmen nach hatte die Kieler U-Boot-Werft Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) an Wismar Interesse gezeigt, dies wurde jedoch nicht bestätigt.

Morgen sieht zudem weiter die Möglichkeit, das zu 75 Prozent fertig gestellte Kreuzfahrtschiff »Global One« zu Ende zu bauen, sollte sich ein Käufer finden.

In Stralsund ist man derweil bereits einen Schritt weiter: Das dortige 43 Hektar große ehemalige MV-Werften-Gelände wurde im März für 16,5 Millionen Euro von der Stadt übernommen, die dort ein maritimes Gewerbegebiet ansiedeln will.

Die MV-Werften-Gruppe hatte im Januar Insolvenz angemeldet. Grund war der coronabedingte Zusammenbruch des weltweiten Kreuzfahrtgeschäfts. Der chinesische Mutterkonzern Genting Hongkong war als Folge zahlungsunfähig geworden und hatte sich mit Landes- und Bundesregierung in der Frage weiterer Kredite nicht mehr einigen können. Auch Genting ging den Weg in den Gläubigerschutz. Das Insolvenzverfahren der MV Werften wurde formal Anfang März eröffnet.

© dpa-infocom, dpa:220411-99-880461/4