Logo
Aktuell Wirtschaft

Hohe Gebrauchtwagenpreise: Umschwung deutet sich an

Gebrauchtwagen sind derzeit außergewöhnlich teuer. Doch der Trend dreht sich. Die große Ausnahme: kleine Autos.

Autohandel
Preiswerte Gebrauchtwagen sind derzeit noch ein rares Gut - doch das könnte sich bald ändern. Foto: Sebastian Kahnert/DPA
Preiswerte Gebrauchtwagen sind derzeit noch ein rares Gut - doch das könnte sich bald ändern.
Foto: Sebastian Kahnert/DPA

Die Preise für Gebrauchtwagen sind in den vergangenen Jahren extrem gestiegen - doch die Trendwende könnte bereits begonnen haben. Darauf deuten Daten des Marktbeobachters DAT hin. Im September lagen die prozentualen Restwerte dreijähriger Gebrauchtwagen demnach in den meisten Fahrzeugsegmenten nicht mehr so stark über den Vorjahreswerten wie noch im August oder Juli.

»In einzelnen Segmenten fängt es an«, heißt es von der DAT. Der Höhenflug der Preise aus 2021 und 2022 sei vorbei. Dort beobachtet man inzwischen auch ein auseinanderdriften der Angebots- und der Transaktionspreise. Während es in den letzten Jahren so gut wie keinen Rabatt gegeben habe, ändere sich das seit Jahresmitte wieder.

Erhöhte Nachfrage nach Gebrauchtwagen

»Wir hatten in den letzten zwei Jahren eine enorme Mangellage«, sagt ein Sprecher der DAT. Weil durch Corona und Materialmangel weniger Neuwagen gebaut wurden, fehlten in der Folge junge Gebrauchte. Zudem wichen potenzielle Neuwagenkäufer teilweise auf Gebrauchte aus, was die Nachfrage erhöhte.

Inzwischen habe sich die Lage geändert und die Höfe der Händler würden wieder voller. Hinzu komme: »Die Leute sind sehr zurückhaltend beim Autokauf und halten das Geld zusammen.« Dazu passen auch jüngst von AutoScout24 veröffentlichte Beobachtungen, denen zufolge die Autos inzwischen wieder länger auf den Höfen der Händler stehen.

Dazu passt auch die große Ausnahme unter den Segmenten: Bei Minicars und Kleinwagen weist die Restwertkurve der DAT weiter klar nach oben. Ein typisches drei Jahre altes Auto aus diesem Segment wurde im September im Schnitt für 74,3 Prozent des Neupreises verkauft. Das sind 4 Prozentpunkte mehr als noch zu Jahresbeginn. Ein Grund dafür: Das Angebot ist derzeit eher klein.

© dpa-infocom, dpa:231024-99-678382/2