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Aktuell Handel

Geschenke aus dem Netz nicht für alle schöne Bescherung

Immer mehr Verbraucher wollen sich vor dem Fest den Einkaufstrubel in den überfüllten Innenstädten ersparen. Das könnten viele stationäre Händler in diesem Jahr zu spüren bekommen.

Weihnachtsgeschenke
Weihnachtsgeschenke liegen unter einem geschmücktem Christbaum. Die Verbraucher in Deutschland kaufen laut einer aktuellen Umfrage ihre Weihnachtsgeschenke immer öfter im Internet. Foto: Karl-Josef Hildenbrand
Weihnachtsgeschenke liegen unter einem geschmücktem Christbaum. Die Verbraucher in Deutschland kaufen laut einer aktuellen Umfrage ihre Weihnachtsgeschenke immer öfter im Internet. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Düsseldorf (dpa) - Die Verbraucher in Deutschland kaufen laut einer aktuellen Umfrage ihre Weihnachtsgeschenke immer öfter im Internet. Dem stationären Handel drohen deshalb im gerade beginnenden Weihnachtsgeschäft trotz der guten Konsumstimmung Umsatzeinbußen.

Zu diesem Ergebnis kommt die Unternehmensberatung EY in der Auswertung ihrer am Montag veröffentlichten Befragung »Weinachtgeschenke 2018«.

»Die großen Online-Anbieter bauen ihre Marktmacht kontinuierlich aus und können sich ein immer größeres Stück vom Kuchen sichern - zulasten des stationären Handels, der sich in Summe auf ein leicht rückläufiges Geschäft mit Weihnachtsgeschenken einstellen muss«, fasste EY-Handelsexperte Thomas Harms die Ergebnisse zusammen.

Der Umfrage zufolge kauft inzwischen bereits gut jeder fünfte Verbraucher seine Weihnachtsgeschenke lieber online. Zum Vergleich: Vor einem Jahr war der Anteil der E-Commerce-Nutzer hier nur halb so hoch. Punkten kann der Online-Handel nicht nur mit der Verfügbarkeit rund um die Uhr. Auch die Möglichkeit, die überfüllten Innenstädte zu meiden, und die größere Auswahl kommen bei vielen Konsumenten gut an.

Zusätzlich profitiere der Online-Handel davon, dass die Deutschen inzwischen zu Weihnachten seltener zu traditionellen Geschenken wie Büchern oder Kleidung greifen. »Heute werden immer häufiger besondere Erlebnisse, Veranstaltungsbesuche und Reisen verschenkt« berichtete Harms. Diese Art von Geschenken werde in erster Linie im Internet gekauft.

Zwar besorgt sich eine knappe Mehrheit der Deutschen (53 Prozent) Weihnachtsgeschenke nach wie vor am liebsten bei den Einzelhändlern vor Ort - vor allem, weil sich die Ware dort besser beurteilen lässt und sofort mitgenommen werden kann. Allerdings sinkt die Zahl der Einkaufsstraßen-Fans rapide. Vor einem Jahr gaben noch mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der Befragten an, einen Shopping-Bummel dem Einkauf im Netz vorzuziehen. Rund ein Viertel der Befragten hatten keine besonderen Vorlieben genannt.

Punkten können die Fußgängerzonen und Einkaufszentren gegenüber dem Online-Handel vor dem Fest vor allem mit Weihnachtsatmosphäre. Rund 44 Prozent der Verbraucher gaben an, vorweihnachtliche Veranstaltungen und Weihnachtsmärkte seien ein Anreiz für einen Einkaufsbummel. Nur 7 Prozent der Befragten empfanden sie als störend.

»In der Vorweihnachtszeit wünschen sich die Kunden Weihnachtsatmosphäre und das festliche Ambiente geschmückter Innenstädte«, erklärte Harms. Dies sei eine große Chance für die Städte und die Händler in den Einkaufsstraßen.

Am häufigsten werden der Umfrage zufolge allerdings auch in diesem Jahr Geld und Geschenkgutscheine unter dem Weihnachtsbaum liegen. Knapp 60 Prozent der Befragten wollen sich damit zumindest hier und da die Suche nach dem passenden Geschenk ersparen. Gerade die ältere Generation gehe immer mehr dazu über, Geld zu verschenken - weil ihr häufig der Zugang zu den von der Digitalisierung geprägten Wünschen der Jüngeren fehle, berichtete Harms.