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Dax steigt über 15.000 Punkte

Der Dax hat am Donnerstag die Marke von 15.000 Punkten übertroffen. Die Anleger zeigten sich am frühen Nachmittag nur kurz enttäuscht, dass die US-Verbraucherpreise für Dezember nur wie erwartet ausfielen und die Inflation nicht noch stärker zurückging.

Dax
Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen
Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland.
Foto: Fredrik von Erichsen

Zum Handelsschluss stand der deutsche Leitindex 0,74 Prozent höher bei 15.058,30 Punkten. Er setzt somit die Jahresanfangsrally fort und hat im noch jungen Börsenjahr schon einen Gewinn von gut acht Prozent eingefahren. Der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen stieg am Donnerstag um 1,08 Prozent auf 28.076,35 Punkte. Sein Zuwachs seit Jahresbeginn fällt mit rund zwölf Prozent noch höher aus als beim Dax.

Die Inflation in den USA befindet sich weiter auf dem Rückzug. Im Dezember stiegen die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,5 Prozent. Im November hatte die Rate noch bei 7,1 Prozent gelegen. Ökonomen hatten diese Entwicklung erwartet. Da sich der Inflationsdruck verringert, geben die nachlassenden Sorgen vor weiter deutlich steigenden Zinsen dem Aktienmarkt Auftrieb.

»Jede Entspannung bei den Preissteigerungen stärkt derzeit die Aktienmärkte«, heißt es im aktuellen Börsenbrief Fuchs-Kapital. »Denn je wahrscheinlicher eine Zinspause der Fed wird, desto mehr Anleger wagen sich bei Aktien wieder ins Risiko.«

Tagessieger im Dax waren RWE mit plus 3,7 Prozent, die damit ihren schwachen Jahresstart wettmachten. UBS-Analyst Sam Arie äußerte sich positiv zu dem Versorger. Im aktuell turbulenten Energiemarkt sei der Energiekonzern mit seinem Portfolio mit am besten aufgestellt im Sektor.

Das Schlussquartal von Rational schob den Großküchenausstatter im vergangenen Jahr kräftig an. Die vorläufigen Gesamtjahreszahlen übertrafen die Prognose des Managements bei Umsatz und Gewinn. Dies beflügelte auch den Kurs, unter den Favoriten im MDax gewannen die Aktien fast fünf Prozent.

Ferner bewegten Analystenkommentare einige Kurse. So büßten die Anteile von Kion am MDax-Ende 2,2 Prozent ein. Der Experte Akash Gupta von der US-Bank JPMorgan riet den Anlegern, nach dem zuletzt überdurchschnittlichen Lauf der Papiere Kasse zu machen.

Die Aktien der Shop Apotheke untermauerten mit einem Kursgewinn von 10,5 Prozent ihre Stellung als bislang bester Wert im Nebenwerteindex SDax im Jahr 2023. Das Plus beläuft sich seit dem Jahresstart auf 45 Prozent. Hauck Aufhäuser Investment Banking hob das Kursziel nun von 60 auf 100 Euro an. Mit Blick auf 2023 sei die Internet-Apotheke gut positioniert, um mit einem wirtschaftlichen Abschwung klarzukommen.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 0,66 Prozent auf 4126,68 Punkte zu. Die Leitindizes Cac 40 in Paris und FTSE 100 in London stiegen ebenfalls. In New York gewann der Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss knapp ein halbes Prozent.

Den Euro beflügelte die Aussicht auf weniger stark steigende Zinsen in den USA. Erstmals seit neun Monaten stieg die Gemeinschaftswährung über 1,08 US-Dollar. Nach dem Börsenschluss in Frankfurt wurden 1,0816 Dollar gezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,0772 (Mittwoch: 1,0747) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,9283 (0,9305) Euro gekostet.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 2,25 Prozent am Vortag auf 2,20 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,22 Prozent auf 126,40 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,16 Prozent auf 138,18 Zähler.

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