Logo
Aktuell Wirtschaft

Bayer-Zerschlagung steht weiter im Raum

Das Bayer-Management steht unter Druck, den Konzern profitabler zu machen. Auch eine Zerschlagung des Unternehmens ist nicht vom Tisch. Bis März soll Gewissheit herrschen.

Bayer
Die Aussichten bei Bayer bleiben getrübt. Foto: Hendrik Schmidt/DPA
Die Aussichten bei Bayer bleiben getrübt.
Foto: Hendrik Schmidt/DPA

Bei Bayer soll voraussichtlich bis März feststehen, wie der Konzern umgebaut wird. Im Raum steht nach wie vor auch eine Zerschlagung. Im Zuge der Vorlage der Quartalszahlen hieß es am Mittwoch, Bayer befasse sich weiter mit verschiedenen Optionen, etwa mit einer Abtrennung der Sparte für freiverkäufliche Medikamente, darunter Aspirin, beziehungsweise des Agrarbereiches. Dieser macht etwa die Hälfte des Konzerngeschäfts aus.

Was es nicht geben werde, sei eine gleichzeitige Aufspaltung in drei Teile, sagte Konzernchef Bill Anderson laut Mitteilung. Eine Dreiteilung würde einen zweistufigen Prozess erfordern. Eine komplette Zerlegung ist damit nicht vom Tisch.

Einige Investoren fordern schon länger eine Aufspaltung Bayers, da sie die rechtlichen Probleme in den USA rund um den Unkrautvernichter Glyphosat als Belastung sehen und die Einzelteile für wertvoller als den Konzern als Ganzes halten.

Niedrigere Glyphosatpreise

Bayer machte Aktionären am Mittwoch nach einem bisher schwierigen Jahr 2023 wenig Hoffnung auf eine deutliche Besserung. Die Wachstumsaussichten blieben eher schwach. Im dritten Quartal bekamen die Leverkusener abermals rückläufige Preise für Glyphosat zu spüren. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um etwas mehr als acht Prozent auf 10,3 Milliarden Euro. Auch Währungseffekte belasteten.

Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) brach um fast ein Drittel auf 1,7 Milliarden Euro ein und damit stärker als von Experten erwartet. Unter dem Strich stand ein Verlust von 4,57 Milliarden Euro - auch wegen erneuter Wertminderungen im Agrargeschäft. Vor einem Jahr strich Bayer einen Gewinn von 546 Millionen Euro ein.

© dpa-infocom, dpa:231108-99-868070/3