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Antwort auf Bahn-Angebot bleibt aus: Streik beginnt

Eine Antwort der Lokführergewerkschaft GDL auf die Offerte der Deutschen Bahn gibt es in der Nacht nicht. So bleibt es bei den Plänen für den bisher längsten Ausstand in dem laufenden Tarifkonflikt.

So sah der Reutlinger Bahnhof beim vergangenen Bahnstreik aus.
So sah der Reutlinger Bahnhof bei einem vergangenen Bahnstreik aus. Foto: Markus Niethammer
So sah der Reutlinger Bahnhof bei einem vergangenen Bahnstreik aus.
Foto: Markus Niethammer

BERLIN. Die Lokführergewerkschaft GDL hat trotz eines neuen Angebots der Deutschen Bahn ihren Streik im Personenverkehr wie geplant gestartet. Bis in die frühen Morgenstunden blieb eine offizielle Antwort der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) auf den Vorstoß der Bahn aus.

Der Arbeitskampf im Personenverkehr sei wie geplant um 2.00 Uhr angelaufen, teilte die Streikleitung der Gewerkschaft auf Anfrage mit. Weitere Angaben zum Fortgang des inzwischen dritten Ausstandes innerhalb weniger Wochen machte die GDL zunächst nicht.

Sollte es in dem Tarifkonflikt weiter keine Bewegung geben, müssen sich Bahnkunden bis kommende Woche Dienstag auf weitgehende Einschränkungen im Fern- und Regionalverkehr der Deutschen Bahn einstellen. Der Konzern hatte angekündigt, rund jeden vierten Fernverkehrszug fahren zu lassen. Im Regional- und S-Bahnverkehr sollen rund 40 Prozent des üblichen Angebots bereitstehen. Im Güterverkehr wird bereits seit Mittwochnachmittag gestreikt. Die GDL plant den bisher längsten Arbeitskampf im laufenden Tarifkonflikt.

GDL-Forderungen

Kurz nach Beginn des Arbeitskampfes im Güterverkehr hatte die Deutsche Bahn ein neues Angebot vorgelegt. Es enthielt eine Corona-Prämie von bis zu 600 Euro und sieht eine Laufzeit des Tarifvertrags von 36 Monaten vor, wie der Staatskonzern mitteilte. Bislang hatte die Bahn eine Laufzeit von 40 Monaten angeboten und die Höhe der Prämie nicht beziffert. Das Angebot sei der GDL schriftlich unterbreitet worden, hieß es.

Eine Corona-Prämie von 600 Euro gehörte zu den zentralen Forderungen der Gewerkschaft. Bei der Laufzeit will die GDL indes nicht über 28 Monate hinaus gehen. Außerdem soll die erste Tarifstufe von 1,7 Prozent bereits für das laufende Jahr ausgezahlt werden.

»Wir erfüllen zentrale Forderungen der GDL«, hatte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler zu dem neuen Angebot gesagt. »Es gibt jetzt erst recht keinen Grund mehr für einen fast einwöchigen Streik.« Die GDL müsse ihre »Blockadehaltung« aufgeben und an den Verhandlungstisch kommen. Das zeichnet sich vorerst nicht ab.

Nach bisherigen Plänen der GDL soll der Ausstand bis Dienstagmorgen dauern. Ob die GDL aufgrund des Angebots den Streik zumindest verkürzt, war in der Nacht weiter offen. Die letzte Verhandlungsrunde zwischen beiden Seiten ist bereits fast drei Monate her. (dpa)

© dpa-infocom, dpa:210902-99-58950/3

Streik-Infos Deutsche Bahn