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Ölkartell Opec+ setzt Kurs der Förderkürzungen fort

Die Verhandlungen waren lang. Dann konnte sich die Allianz aus 23 Staaten auf eine künftige Fördermenge einigen.

Saudi-Arabien
Ein Ölfeld in Saudi-Arabien. Foto: Ali Haider
Ein Ölfeld in Saudi-Arabien.
Foto: Ali Haider

Das Ölkartell Opec+ setzt angesichts fallender Ölpreise seinen Kurs der Förderkürzungen fort. Der Verbund aus 23 Staaten legte für 2024 ein Produktionsziel von rund 40,4 Millionen Barrel (je 159 Liter) am Tag fest. Das bedeutet laut russischer Agentur Tass eine Kürzung der gesamten Opec+-Fördermenge um 1,4 Millionen Barrel pro Tag.

Darüber hinaus werde Saudi-Arabien freiwillig in diesem Juli eine Million Barrel am Tag weniger fördern, sagte der Energieminister des Landes, Abdulasis bin Salman, in Wien. Diese Maßnahme könne verlängert werden. Schon im April hatten sich einige Mitglieder der Allianz auf eine zeitweilige deutliche Drosselung der Produktion geeinigt.

Diese Entscheidungen traf die Allianz unter Führung von Saudi-Arabien und Russland nach rund siebenstündigen Verhandlungen. Aufgrund der Verknappung des Angebots dürfte der Benzinpreis zumindest kurzfristig wieder steigen.

Abgesehen von einem kurzen Anstieg im April ist der Ölpreis seit rund einem Jahr im Abwärtstrend. Mitte 2022 kostete ein Barrel Opec-Öl rund 115 Dollar, derzeit sind es etwa 75 Dollar. Schon im Oktober 2022 hatte der Verbund auf diese Entwicklung reagiert und eine Kürzung der Produktion um zwei Millionen Barrel am Tag beschlossen. Die Allianz hat einen weltweiten Marktanteil von etwa 40 Prozent.

© dpa-infocom, dpa:230604-99-935884/4