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Wirbelsturm »Ian« verliert an Kraft

Nach schweren Schäden auf Kuba und in Florida verliert der Wirbelsturm »Ian« allmählich an Kraft. Doch auch abgeschwächt sorgte er noch für Zerstörungen in den Bundesstaaten South und North Carolina.

Hurrikan »Ian« - Florida
Die Brücke, die von Fort Myers nach Pine Island führt, ist nach dem Hurrikan stark beschädigt. Foto: Gerald Herbert
Die Brücke, die von Fort Myers nach Pine Island führt, ist nach dem Hurrikan stark beschädigt.
Foto: Gerald Herbert

Nach dem verheerenden Hurrikan »Ian« steigen vor allem in Florida die Opferzahlen. Nach Behörden-Angaben vom Wochenende kamen in dem Bundesstaat mindestens 44 Menschen ums Leben. Auch nachdem der Wirbelsturm längst weitergezogen war, waren einige Orte in Florida von Überschwemmungen betroffen. Hunderttausende Haushalte blieben weiter ohne Strom. In North Carolina kostete »Ian« auch mit abgeschwächten Winden noch vier Menschen das Leben, wie Gouverneur Roy Cooper sagte.

US-Präsident Joe Biden wird in den nächsten Tagen in die betroffenen Gebiete fliegen, um sich ein Bild von den Hurrikan-Schäden zu machen. Zunächst werde Biden am Montag in das vom Hurrikan »Fiona« heimgesuchte Puerto Rico reisen, kündigte das Weiße Haus an. Florida werde am Mittwoch folgen.

Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern

Am Mittwoch war »Ian« als Hurrikan der Stufe vier mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde in Florida auf Land getroffen. Bei seinem Zug quer über den südlichen Bundesstaat hinterließ er Zerstörungen und Überschwemmungen. Allein beim Versorger Florida Light & Power waren am Samstag immer noch rund 700.000 Haushalte ohne Strom, wie ein Sprecher dem Nachrichtensender CNN sagte. In der Spitze seien es in den vergangenen Tagen mehr als zwei Millionen gewesen.

In den betroffenen Gebieten in Florida gingen Rettungsbemühungen und Räumungsarbeiten weiter. Die Küstenwache rettete unter anderem mit Hubschraubern mehr als 300 Menschen, zum Teil von Dächern und Bäumen, sowie gut 80 Haustiere.

Erst Florida, dann South Carolina

Nach Florida zog »Ian« zunächst aufs Meer hinaus, gewann dort wieder etwas an Kraft und erreichte am Freitag die Küste von South Carolina mit Windgeschwindigkeiten von rund 140 Kilometern pro Stunde. Wenige Stunden später schwächten sich die Winde auf rund 95 Kilometer pro Stunde ab und nach der gängigen Einstufung galt der Wirbelsturm damit nicht mehr als Hurrikan. Es wurde erwartet, dass »Ian« sich am Wochenende über Virginia auflöst.

In der Stadt Georgetown in South Carolina, in der »Ian« auf Land traf, stand Wasser in der zentralen Einkaufsstraße. Die Kleinstadt Pawleys Island wurde von einer rund zwei Meter hohen Flutwelle getroffen.

Gewaltige Schäden in Florida

Am Mittwoch war »Ian« als Hurrikan der Stufe vier mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde in Florida auf Land getroffen. Bei seinem Zug quer über den südlichen Bundesstaat hinterließ er Zerstörungen und Überschwemmungen. Der Wiederaufbau werde Monate und zum Teil auch Jahre dauern, betonten Behörden. Noch am Sonntag stiegen in einigen Ortschaften in der Mitte von Florida weiter die Wasserpegel an, sagte die Chefin der Katastrophenschutz-Behörde Fema, Deanne Criswell, im US-Fernsehen.

In den betroffenen Gebieten in Florida gingen Rettungsbemühungen und Räumungsarbeiten weiter. Die Küstenwache rettete unter anderem mit Hubschraubern mehr als 300 Menschen, zum Teil von Dächern und Bäumen, sowie gut 80 Haustiere. Insgesamt wurden mehr als 1100 Menschen lebend geborgen, sagte Gouverneur Ron DeSantis. Allein im Bezirk Lee County, in dem »Ian« an Land ging, wurden 35 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Hurrikan bestätigt, sagte Sheriff Carmine Marceno. Nach Rechnung des Nachrichtensenders CNN stieg die Todeszahl insgesamt auf 67.

US-Präsident Joe Biden hatte am Donnerstag düstere Befürchtungen geäußert und gesagt: »Dies könnte der tödlichste Hurrikan in der Geschichte Floridas sein.«

Am Dienstag war »Ian« als Hurrikan der Kategorie drei von fünf bereits in Kuba auf Land getroffen und hatte dort schwere Schäden angerichtet. Laut Regierung starben mindestens drei Menschen. Auch am Freitag waren große Teile des Karibikstaats weiter ohne Strom gewesen.

© dpa-infocom, dpa:221001-99-965221/6