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Roth: Neue Berlinale-Spitze noch in diesem Jahr

Der geplante Führungswechsel bei der Berlinale ist international umstritten. Kulturstaatsministerin Roth will nun rasch für Klarheit an der Spitze der Filmfestspiele sorgen.

Claudia Roth
Kulturstaatsministerin Claudia Roth fürchtet auch um die internationale Bedeutung der Filmfestspiele. Foto: Monika Skolimowska/DPA
Kulturstaatsministerin Claudia Roth fürchtet auch um die internationale Bedeutung der Filmfestspiele.
Foto: Monika Skolimowska/DPA

Die künftige Leitung für die Internationalen Filmfestspiele Berlin soll nach dem Willen von Kulturstaatsministerin Claudia Roth bis Ende des Jahres gefunden werden. »Wir sind auf gutem Weg mit dem Verfahren, damit wir noch in diesem Jahr eine neue Persönlichkeit präsentieren können, eine gute Berlinale 2024 hinbekommen und uns kraftvoll auf den Weg machen, dass die Berlinale auch in Zukunft ein Festival mit Glanz und internationaler Bedeutung ist«, sagte die Grünen-Politikerin in Berlin.

Roth hatte angekündigt, die Berlinale solle künftig nur noch von einer Person geleitet werden als Nachfolge für das bisherige Führungsduo aus Carlo Chatrian (51) und Mariette Rissenbeek (66) finden. Chatrian zog daraufhin Konsequenzen und kündigte an, das Festival nach der Ausgabe 2024 zu verlassen. Rissenbeek hatte bereits zuvor ihr Ausscheiden angekündigt.

Nach Roths Ankündigung zog Chatrian Konsequenzen

»Nach vielen Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der Branche gab es im Aufsichtsrat ein eindeutiges Votum für ein Intendanz-Modell, bei dem die Verantwortung für den künstlerischen wie für den wirtschaftlichen Bereich in einer Hand liegt«, sagte Roth. »Wir brauchen eine gute Struktur für die Berlinale, damit sie diesem Anspruch gerecht wird, das größte Publikumsfestival und ein politisches Filmfestival zu sein, gleichzeitig den Arthausfilm zu repräsentieren und Berlin für die großen, bekannten Filmemacherinnen und Filmemacher attraktiv zu machen.«

Roth fürchtet auch um die internationale Bedeutung der Filmfestspiele. »Die Berlinale sollte nicht abgehängt werden, sondern mit Cannes, Venedig und auch Toronto in einer Liga spielen. Denn da gehört sie hin!«

Wer die Nachfolge regelt

Die Nachfolgefrage soll eine Kommission unter Vorsitz von Roth lösen. Bei der Suche wird sie unterstützt etwa von Regisseur und Oscar-Preisträger Edward Berger (»Im Westen nichts Neues«), der Geschäftsführerin der Deutschen Filmakademie Anne Leppin, der Schauspielerin Sara Fazilat und dem Produzent Roman Paul.

Für die Leitung hat Roth schon Vorstellungen. »Wichtig wäre eine sehr teamfähige Persönlichkeit, die auch die internationale Öffnung darstellen kann, das Festival öffnet zum asiatischen Film und den globalen Süden mitdenkt und dabei auch den deutschen Film im Blick hat«, sagte sie. »Diese Persönlichkeit muss integrativ sein, natürlich filmerfahren, auch mit Managerqualitäten. Das Profil entspricht dem jetzigen Tandem in einer Person, allerdings mit einem Team starker Persönlichkeiten drumherum.«

Kritik an Roths Vorhaben

Zahlreiche Filmschaffende hatten Roth in Zusammenhang mit dem geplanten Führungswechsel kritisiert. Die Berlinale zählt neben Cannes und Venedig zu den großen Filmfestivals - in diesem Jahr war etwa US-Schauspielerin Kristen Stewart Jurypräsidentin und Hollywoodstar Sean Penn hatte seinen Dokumentarfilm zur Ukraine in Berlin vorgestellt.

© dpa-infocom, dpa:230918-99-233845/2