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Haftbefehle nach Gebäudeeinstürzen in der Türkei

Es geht um Baumängel, die den Einsturz von Gebäuden begünstigt haben: In der türkischen Erdbebenregion haben die Justizbehörden Haftbefehl gegen Dutzende Verdächtige erlassen.

Zerstörung in der Türkei
Ein zerstörtes Gebäude in der Stadt Antakya. Foto: Petros Giannakouris
Ein zerstörtes Gebäude in der Stadt Antakya.
Foto: Petros Giannakouris

Im Süden der Türkei sind nach Gebäudeeinstürzen während des Erdbebens Dutzende Haftbefehle wegen möglicher Baumängel erlassen worden. In der Stadt Diyarbakir seien gegen 33 Menschen Haftbefehle ergangen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Samstag unter Berufung auf Strafverfolger. Die Beschuldigten sollen für Baumängel verantwortlich sein, die den Einsturz der Gebäude begünstigt hätten.

Die Staatsanwaltschaft in Adana ermittelt laut Anadolu ebenfalls wegen möglicher Baumängel bei eingestürzten Gebäuden. Im Rahmen dieser Ermittlungen seien bisher 62 Haftbefehle erlassen worden, hieß es. Einer der Beschuldigten wurde den Angaben zufolge am Flughafen in Istanbul gefasst. Er soll versucht haben, mit Bargeld nach Montenegro zu reisen und sitze inzwischen in Untersuchungshaft, teilte Anadolu mit. Neun weitere Menschen wurden demnach in den Städten Sanliurfa und Osmaniye verhaftet.

Am frühen Montagmorgen hatte ein Beben der Stärke 7,7 das türkisch-syrische Grenzgebiet erschüttert, gefolgt von einem weiteren Beben der Stärke 7,6 am Mittag. Mehr als 7500 Gebäude sind dabei allein in der Türkei eingestürzt.

© dpa-infocom, dpa:230211-99-561256/2