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Eurovision Song Contest im Schatten der Politik

Auftakt zum größten Gesangswettbewerb der Welt: Beim ESC-Halbfinale in Malmö läuft sich der Nachfolger von Urgestein Peter Urban warm. Das Spektakel wird dieses Jahr vom Nahostkonflikt überschattet.

ESC - Isaak
Isaak bei den Proben - er geht für Deutschland mit dem Song »Always On The Run« ins Rennen. Foto: Jens Büttner/DPA
Isaak bei den Proben - er geht für Deutschland mit dem Song »Always On The Run« ins Rennen.
Foto: Jens Büttner/DPA

Der Eurovision Song Contest 2024 (ESC) hat im südschwedischen Malmö begonnen. 15 Länder traten beim ersten Halbfinale an. Neu dabei ist Moderator Thorsten Schorn, der erstmals für das deutsche Publikum kommentierte. Mit den Worten »Ich bin Thorsten Schorn und zusammen starten wir in den Abend« gab der 48-jährige sein Debüt als Kommentator. Er übernimmt in diesem Jahr die Nachfolge von ESC-Urgestein Peter Urban (76), der den Grand Prix zuvor 25 Jahre lang kommentiert hatte. 

Am Ende des Abends ziehen zehn Länder ins große Finale am Samstag (11. Mai) ein. Unter den Teilnehmern sind unter anderem die ESC-Favoriten Kroatien, Irland und die Ukraine. Der weltgrößte Gesangswettbewerb steht dieses Jahr unter dem Motto »United by Music«.

Neu ist in diesem Jahr auch, dass zusätzlich zu den antretenden Ländern in den Halbfinals auch Acts aus den bereits gesetzten Ländern auf der Bühne stehen. Im ersten Halbfinale sind es die drei »Big Five«-Länder Großbritannien, Deutschland und das Gastgeberland Schweden.

»Es macht super Spaß«, sagte der deutsche Teilnehmer Isaak vor der Show der Deutschen Presse-Agentur. Er sei vor seinem Auftritt am Abend tiefenentspannt. »Ich muss nur singen. Ich muss mich nicht mal drum kümmern, was ich essen möchte« erzählte er. Mit Blick auf das Finale am Samstag blieb er gelassen und habe keine Bange vor einem Deutschland-Fluch. »Ich habe da gar keine Angst vor, weil ich ja weiß, wie meine Performance wird.« Im Rennen um die Platzierung gelte für ihn jedoch auch: »Je besser, desto besser.«

Der Krieg in Gaza überschattet den Gesangswettbewerb

Der ESC, zu dem auch Israel eine Sängerin schickt, wird vom Gaza-Krieg überschattet. In Malmö hat es zuletzt bereits Israel-kritische Demonstrationen gegeben, weitere sind für den Tag des ESC-Finales am kommenden Samstag in der südschwedischen Stadt angekündigt. Zudem hat es in Schweden in jüngster Zeit mehrfach öffentliche Koran-Verbrennungen gegeben - zuletzt am vergangenen Freitag in Malmö.

Beim zweiten Halbfinale am Donnerstag (9. Mai) werden die letzten Plätze für das große Finale (11. Mai) des Eurovision Song Contest vergeben. Zunächst nehmen 37 Länder teil, von denen elf bei den Halbfinals ausscheiden, sodass im Finale am Samstagabend noch 26 übrig sind. Für das Finale sicher gesetzt sind die größten Geldgeber des ESC, also Großbritannien, Spanien, Frankreich, Italien, Deutschland - sowie das Gastgeberland Schweden.

© dpa-infocom, dpa:240506-99-931821/4