KIEL. Die CDU in Kiel hat am Abend der Landtagswahl etwas Neues in die Politik eingeführt: die Jubelverzögerung. Um 17.59 Uhr waren die Anhänger im vollgepackten Fraktionssaal der Christdemokraten an der Förde schon in Feierlaune. Als um 18 Uhr die bittere Prognose von 31 Prozent verkündet wurde, wurde es auf einen Schlag mucksmäuschenstill.
Die Union hatte den Sieg in einer schwarz-gelben Koalition schon sicher geglaubt, doch der Verlust von fast zehn Prozent beendete den Traum. Erst als der TV-Moderator in die Tiefen des schleswig-holsteinischen Wahlrechtes einstieg und die möglichen Überhangmandate zusammenzählte, brach der Applaus los: Unter Umständen reicht es in der Zahl der Abgeordnetensitze doch für Schwarz-Gelb, auch wenn beide Parteien zusammen deutlich unter 50 Prozent bleiben.
Und selbst wenn es nicht reicht, will die CDU sich an die Macht klammern: Schon um 18.10 Uhr brachte die Union eine Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grünen ins Gespräch.
Nicht so gut sieht es dagegen für den aggressiven SPD-Spitzenkandidaten Ralf Stegner aus: Die etwa 25,5 Prozent aus den Hochrechnungen sind das schlechteste Ergebnis, das die Partei jemals in dem Bundesland erreichte. Stegner räumte seine Niederlage ein. (AP)
