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Aktuell Kommentar

Arbeit sollte wieder attraktiver gemacht werden

Work-Life-Balance ist längst nicht mehr nur Sache der jüngeren Generationen: Eine Studie zeigt, dass die Mehrheit der Arbeitnehmer lieber mehr freie Zeit hätte. Durch den Fachkräftemangel ist dies aber für viele Unternehmen keine Option.

Ein Mitarbeiter erfasst seine Arbeitszeit digital an einem Terminal.  Foto: Schuldt/dpa
Ein Mitarbeiter erfasst seine Arbeitszeit digital an einem Terminal. Foto: Schuldt/dpa Foto: Sina Schuldt/dpa
Ein Mitarbeiter erfasst seine Arbeitszeit digital an einem Terminal. Foto: Schuldt/dpa
Foto: Sina Schuldt/dpa

REUTLINGEN. Kein Bock auf Arbeit, verwöhnt und viel zu fordernd: So lauten die Vorurteile gegenüber der Generation Z (Gen Z), also den jungen Menschen, die zwischen 1995 und 2012 geboren wurden. Doch hoppla: Eine aktuelle Studie kommt nun zu dem Ergebnis, dass nicht nur die Gen Z, sondern die Mehrheit aller Arbeitnehmer gerne mehr Freizeit hätte. Rund ein Drittel davon wäre sogar bereit, sich dafür freizukaufen. Es sind also keinesfalls nur die Jungen, die nach mehr Work-Life-Balance ächzen.

Dass die Freizeitorientierung der deutschen Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten insgesamt immer mehr zugenommen hat, wird niemanden überraschen. Doch sie fällt in eine Zeit, in der der demografische Wandel das Arbeitskräfteangebot stark verknappt, in der viele Firmen händeringend nach Fachkräften, oft auch einfach nur nach Arbeitskräften, suchen. Doch mit den richtigen finanziellen Anreizen, so die Studie, könnten sich manche Befragte vorstellen, zusätzliche Stunden zu leisten. Genannt wurden Bonuszahlungen und Prämien, ein höheres Gehalt oder zusätzliche Urlaubstage.

Doch es gibt kostengünstigere Mittel, um Arbeitnehmer an sich zu binden: Die Arbeitsatmosphäre in vielen Unternehmen muss verbessert werden. In der Studie sprachen 30 Prozent von einer schlechten Atmosphäre am Arbeitsplatz. Flexible Arbeitszeiten, Möglichkeiten zum Homeoffice, ein kollegiales Miteinander auf Augenhöhe, die Mitarbeitenden nicht nur ständig fordern, sondern auch fördern und auch vermeintliche Kleinigkeiten, wie eine schöne Kantine, frisches Obst für alle und einen Kicker für die Pause. Denn nur, wer sich am Arbeitsplatz wirklich wohl fühlt, arbeitet auch gerne. Und für seine Lieblingsfirma vielleicht gerne auch mal etwas länger.