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Japaner Yamamoto gewinnt Pritzker-Architekturpreis

Privates und Gemeinschaft zu verbinden ist ein Konzept, das Riken Yamamoto schon in seiner Familie lernte. Ein bekanntes Gebäude des neuen Pritzker-Preisträgers steht in der Schweiz.

Riken Yamamoto
Der Pritzker-Architekturpreis geht dieses Jahr an den Japaner Riken Yamamoto. Foto: photo courtesy of Tom Welsh/DPA
Der Pritzker-Architekturpreis geht dieses Jahr an den Japaner Riken Yamamoto.
Foto: photo courtesy of Tom Welsh/DPA

Für seine Bauwerke zur Förderung von Gemeinschaft und Zusammenkunft erhält der Japaner Riken Yamamoto in diesem Jahr den Pritzker-Architekturpreis. »Yamamoto, Architekt und sozialer Fürsprecher, stellt eine Verbindung zwischen öffentlichen und privaten Bereichen her und inspiriert harmonische Gesellschaften trotz einer Vielfalt an Identitäten, Volkswirtschaften, Politik, Infrastrukturen und Wohnsystemen«, teilte die Jury in Chicago mit. Die Arbeit des Preisträgers vor allem im asiatischen Raum sei tief verwurzelt in die Aufrechterhaltung des Gemeinschaftslebens, in dem sich Menschen unterstützten.

Im deutschsprachigen Raum ist Yamamoto (78) vor allem für das Bauwerk »The Circle« am Flughafen Zürich bekannt, hinter dessen geneigter Fassade sich Geschäfte und eine Parkanlage befinden. Andere Bauwerke stehen vor allem in Japan, China und Korea. Frühere Pritzker-Preisträger waren unter anderem der Brite David Chipperfield, Zaha Hadid, Rem Koolhaas, Norman Foster und Peter Zumthor. Die Auszeichnung gilt als die höchste in der Architekturwelt.

Yamamoto geht es in seinen Bauwerken - darunter Bibliotheken, Feuerwachen oder Universitäten - darum, traditionelle Vorstellungen von Freiheit und Privatsphäre zu dekonstruieren. »Raum zu erkennen bedeutet für mich, eine ganze Gemeinschaft zu erkennen«, wird Yamamoto zitiert. Der aktuelle architektonische Ansatz bevorzuge die Privatsphäre vor gesellschaftlichen Beziehungen. Doch die Freiheit jedes Einzelnen könne auch im Zusammenleben im architektonischen Raum gewürdigt werden. 

Riken Yamamoto wurde 1945 im chinesischen Peking geboren, wuchs aber nach dem Zweiten Weltkrieg in Yokohama in Japan auf. Die Verknüpfung von öffentlichen und privaten Räumen ist ein Konzept, von dem er schon in seinem Elternhaus inspiriert worden sei. Sein Interesse für Architektur erklärt er unter anderem mit einer tiefgreifenden Erfahrung im Kôfuku-ji-Tempel, einem fünfstöckigen buddhistischen Bauwerk.

Nach seinem Masterabschluss in Architektur 1971 gründete er 1973 sein Büro Riken Yamamoto & Field Shop. Seine Karriere gründet sich auch auf ausgedehnte Roadtrips unter anderem mit seinem Mentor Hiroshi Hara, bei denen er Gemeinschaftsdynamiken verschiedener Kulturen studierte. Dabei reiste er auch durch viele Länder der Mittelmeerregion sowie durch Nord-, Mittel- und Südamerika. Yamamoto bekam für seine Arbeiten zahlreiche Auszeichnungen und lebt in Yokohama »in Gemeinschaft mit seinen Nachbarn«.

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© dpa-infocom, dpa:240305-99-229081/2