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Direktorin: Pergamonmuseum bleibt sichtbar

Berlins Pergamonmuseum wird zur Baustelle der Götter. Für lange Jahre bleibt das sanierungsbedürftige Haus auf dem Welterbe Museumsinsel geschlossen. Die Verantwortlichen blicken bereits in die Zukunft.

Letzter Besuchertag im Pergamonmuseum
Ein Baugerüst an der Fassade des Pergamonmuseums. Foto: Paul Zinken/DPA
Ein Baugerüst an der Fassade des Pergamonmuseums.
Foto: Paul Zinken/DPA

Auch am letzten Tag vor der sanierungsbedingten Schließung für lange Jahre hat das Pergamonmuseum in Berlin zahlreiche Menschen angelockt. Bereits am frühen Sonntagmorgen war der Andrang von Interessierten auf der zum Welterbe zählenden Museumsinsel groß. Nach Museumsangaben konnten über die seit langer Zeit ausgebuchten Timeslots bis Abends um 21 Uhr rund 5000 Besucherinnen und Besucher einen vorläufig letzten Blick auf das Ischtar-Tor oder die Prozessionsstraße von Babylon werfen.

Das Pergamonmuseum, zu dem Antikensammlung, Vorderasiatisches Museum und Museum für Islamische Kunst gehören, ist mit jährlich mehr als einer Million Interessierten eines der beliebtesten deutschen Museen. Für mindestens vier Jahre bleibt es komplett geschlossen.

Der seit 2013 geschlossene Bauabschnitt A mit dem Pergamonaltar soll 2027 wieder zugänglich sein. Der zweite Abschnitt B bleibt von diesem Montag an ebenfalls zu. Erst in 14 Jahren soll das gesamte Pergamonmuseum 2037 wieder geöffnet sein. Die Gesamtkosten der umfangreichen Arbeiten könnten bei 1,5 Milliarden Euro landen.

»Die Sanierung bietet uns eine ganz besondere Chance, die Objekte in Zukunft besser zu bewahren und zugänglicher zu präsentieren«, sagte Barbara Helwing, Direktorin Vorderasiatisches Museum, der dpa in Berlin. »Wir stellen nun alte Restaurierungen auf den Prüfstand, entwickeln moderne Ausstellungskonzepte und schreiben neue Geschichten, die wir sehr bald schon im Rahmen von Sonder- und Interims-Ausstellungen mit unseren Besucherinnen und Besuchern teilen möchten.« Auch wenn das Gebäude saniert werde, bleibe das Pergamonmuseum in Berlin sichtbar.

Stefan Weber, Direktor Museum für Islamische Kunst, sprach von Vorfreude des gesamten Teams auf neue Ausstellungsräume, stabiles Klima, barrierefreie Zugänge und ein dichtes Dach. »Wir arbeiten bereits seit Jahren sehr konzentriert an den neuen Ausstellungsbereichen«, sagte Weber, »die Schließung ist nun eigentlich auch der Startschuss für die Finalrunde des Umzugs innerhalb des Pergamonmuseums.« Weber kündigte für den Start nach der Sanierung eine Ausstellung an, »die auch international neue Standards setzen wird«.

© dpa-infocom, dpa:231022-99-659817/2