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Rettungsvorschlag abgelehnt: Krefeld Pinguine vor Insolvenz

Das Theater bei den Krefeld Pinguinen hat einen weiteren Tiefpunkt erreicht. Der klamme Eishockey-Club lehnte das Rettungsangebot eines ungeliebten Gesellschafters ab und fordert diesen stattdessen öffentlich zum Rückzug auf. Die Zeit drängt.

Krefeld Pinguine
Die Krefeld Pinguine müssen wohl bald die DEL verlassen. Foto: Andreas Gora/dpa
Die Krefeld Pinguine müssen wohl bald die DEL verlassen. Foto: Andreas Gora/dpa

Krefeld (dpa) - Die finanziell angeschlagenen Krefeld Pinguine aus der Deutschen Eishockey Liga nehmen einem Insolvenzantrag in Kauf. Ein Rettungsangebot des Gesellschafters Energy Consulting lehnte der Club am Montag ab und attackierte stattdessen diesen scharf.

»Im Grunde möchte niemand mit der Energy Consulting Europe GmbH zusammenarbeiten«, schrieb Geschäftsführer Matthias Roos in einer Stellungnahme mit Bezug auf einen der zwei Haupt-Anteilseignern.

Obwohl Energy Consulting am vergangenen Freitag einem von zwei Lösungsvorschlägen der Gesellschafterversammlung zugestimmt hatte, sei dieser nun keine Option mehr, meinte Roos. Angeblich seien die Investoren nur zu einer rettenden Kapitalerhöhung bereit, wenn Roos im Amt bleibe. Er habe jedoch kein Interesse daran, »über die aktuelle Spielzeit hinaus bei den Krefeld Pinguinen zu arbeiten, wenn die Energy Consulting Europe GmbH Gesellschafterin bleibt«. Demnach hätten auch Sponsoren für diesen Fall ihren Ausstieg erklärt.

Die einzige Möglichkeit, einen Antrag auf Insolvenz noch zu verhindern, sei eine »schnellstmögliche« Anteilsübertragung der Firma auf einen anderen Gesellschafter. Dies hatte der Anwalt der Energy Consulting, Wolfgang Peters, in der vergangenen Woche aber abgelehnt, obwohl er laut Roos dazu zuvor bereit gewesen sei. Peters war am Montag für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Die einzige Möglichkeit, einen Antrag auf Insolvenz noch zu verhindern, sei eine »schnellstmögliche« Anteilsübertragung der Firma auf einen anderen Gesellschafter. Dies hatte der Anwalt der Energy Consulting, Wolfgang Peters, in der vergangenen Woche abgelehnt, obwohl er laut Roos dazu zuvor bereit gewesen sei. Peters kündigte am Montag nun eine kurzfristige Reaktion in dieser Frage an und zeigte sich zudem über die Stellungnahme der Pinguine verwundert.

Die Pinguine benötigen aktuell rund 400.000 Euro, um Sozialversicherungsbeiträge und andere Abgaben bezahlen zu können. Insgesamt fehlt dem Club mehr als eine Million Euro für die laufende Saison. Bis zum 15. Februar müsste zudem die Lizenz für die kommende DEL-Spielzeit beantragt werden.

Obwohl die Pinguine seit Jahren finanzielle Probleme haben und der andere Haupt-Gesellschafter Wolfgang Scholz Etat-Unterdeckungen oft ausgeglichen hatte, schrieb Roos am Montag erneut, die aktuelle finanzielle Schieflage sei erst durch Energy Consulting entstanden, da angeblich zugesicherte Zahlungen nicht geleistet wurden. Michail Ponomarew, Präsident des Krefelder Fußball-Drittligisten KFC Uerdingen und bis Herbst Geschäftsführer der Energy Consulting, hatte dies stets bestritten.

Club-Mitteilung zu Lösungsvorschlägen in der vergangenen Woche