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Graciano Rocchigiani stirbt bei Verkehrsunfall in Italien

Der frühere Boxweltmeister Graciano Rocchigiani ist in Italien bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen.

Graciano Rocchigiani
Box-Legende Graciano Rocchigiani. Foto: Arno Burgi
Box-Legende Graciano Rocchigiani. Foto: Arno Burgi
Berlin (dpa) - Das bestätigte die mit dem Vorgang befasste Polizei Brandenburg. Zuerst hatten »B.Z.« und »Bild« darüber berichtet.

Der 54 Jahre alte Ex-Profi war als Fußgänger von einem Auto überfahren worden, bestätigte Thomas Pütz, der Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer. Die italienische Polizei hatte die Brandenburger Kollegen gebeten, die Angehörigen über den Tod zu informieren.

Rocchigiani war Weltmeister im Supermittelgewicht (1988/89) und im Halbschwergewicht (1998 bis 2000). »Er war der talentierteste Boxer in den letzten 30 bis 40 Jahren in Deutschland, vom Talent höher einzuschätzen als Henry Maske«, sagte Box-Promoter Wilfried Sauerland zu Rocchigianis 50. Geburtstag im Jahr 2013. Rocchigiani bestritt in seiner 20-jährigen Profikarriere 49 Kämpfe, 41 davon gewann der Rechtsausleger mit dem harten linken Schlag.

Legendär war die Berliner Schnauze des gebürtigen Duisburgers. Der Sohn eines sardischen Eisenbiegers und einer Berlinerin, der sowohl die Schule als auch seine Lehre als Glas- und Gebäudereiniger abgebrochen hatte, polterte los ohne Rücksicht auf Verluste. »Es gibt kluge und dumme Polen. Und du bist ein dummer Pole«, hatte er einst seinen Gegner Dariusz Michalczewski beschimpft. Verlor er umstritten, befand er: »Allet Beschiss, allet Schweine.«

Zuletzt war Rocchigiani als Experte für den TV-Sender Sport1 und als Jury-Mitglied in der Sendung »Sport1 - The Next Rocky« tätig.