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VfL Pfullingen kann nicht mehr direkt absteigen

Sehr schwache Güney-Elf muss am kommenden Samstag bei Liga-Schlusslicht Rutesheim den Gang in die Relegation vermeiden

Gegen Biberach noch einer der besten Pfullinger: Flügelspieler Lukas Klemenz. FOTOS: SCHANZ
Gegen Biberach noch einer der besten Pfullinger: Flügelspieler Lukas Klemenz. FOTOS: SCHANZ
Gegen Biberach noch einer der besten Pfullinger: Flügelspieler Lukas Klemenz. FOTOS: SCHANZ

PFULLINGEN. Alles war angerichtet. Das Wetter: Grandios! Der Rasen: in einem Top-Zustand! Die Kulisse vor 300 Zuschauern: Großartig! Die Voraussetzungen: Optimal! Denn bereits ein Zähler hätte dem Fußball-Verbandsligisten VfL Pfullingen gereicht, um den Klassenverbleib zu sichern. Nur wollte das Team um Kapitän Matthias Dünkel nicht mitspielen und zeigte am vorletzten Spieltag eine seiner bislang schwächsten Saisonleistungen. Ein 0:3 (0:1) stand am späten Samstagnachmittag gegen Mitkonkurrent FV Biberach auf der Anzeigetafel.

Somit muss im Pfullinger Lager weiter gezittert werden. Auch wenn durch die Ergebnisse auf den anderen Plätzen, vor dem abschließenden Spiel am kommenden Samstag beim abgeschlagenen Liga-Schlusslicht SKV Rutesheim klar ist, dass der direkte Abstieg nicht mehr möglich ist. Was noch drohen kann, ist die Abstiegsrelegation. Aktuell müsste Biberach, auf das die Mannschaft des scheidenden VfL-Trainers Daniel Güney zwei Punkte Vorsprung hat, diesen Weg gehen.

Erste Heimniederlage 2023

Doch über die teils frohe Kunde wollte in Pfullingen nach der deutlichen Niederlage keine wirkliche Freude aufkommen. Es war ein kollektives Kopfschütteln, das sich auf der Ahlsberg-Sportanlage breitmachte. Zu groß war der Frust und das Unverständnis darüber, warum nach der bislang bärenstarken Heimbilanz in diesem Kalenderjahr (fünf Siege, ein Remis), ausgerechnet in diesem so wichtigen Spiel überhaupt nichts klappte.

Dem Team wurde schmerzhaft vor Augen geführt, dass man in dieser brutal ausgeglichenen Liga gegen keinen Gegner etwas Zählbares holen kann, wenn die Grundtugenden nicht stimmen, der Fokus nicht da ist und die Einstellung nicht bei 100 Prozent liegt. Genauso, wie es das Trainerteam und die Vereinsfunktionäre immer wieder betonen. »Das fühlt sich nach einem lockeren Sommerkick an. Das kann es nicht sein«, brachte es VfL-Sportvorstand Paul Stingel in der Halbzeitpause treffend auf den Punkt. Seine Mannen starteten schwungvoll in die Partie und drückten in den ersten fünf Minuten auf die Führung. Diese erzielte der VfL sogar, doch der Treffer von Marco Digel (4.) nach einem Halbfeld-Freistoß von Kapitän Dünkel wurde wegen Abseits zurückgenommen. Kurze Zeit später meldete sich der VfL dann vom Spielgeschehen an diesen Nachmittag ab. Der Gäste-Führungstreffer durch Simon Schwarz (26.) nach einem Einwurf sorgte endgültig für einen kollektiven Knock-out, von dem sich die Pfullinger nicht erholten.

Kreativität fehlt

Besser wurde es auch im zweiten Durchgang nicht. Es wirkte wie ein Testspiel zu Beginn der Sommervorbereitung. Zwar setzten sich die Hausherren ab der 65. Minute mehr und mehr in der gegnerischen Hälfte fest. Doch Torgefahr strahlten sie keine aus. Wie über die gesamten 90 Minuten nicht. Zu hektische Entscheidungen, zu wenig Kreativität. Dazu in Kevin Haußmann einen Spielgestalter, der nach seiner jüngsten Corona-Infektion körperlich angeschlagen in die Partie ging und bereits zur Pause raus musste.

Aber auch stimmungstechnisch war auf dem Platz nicht viel geboten. Erschreckend leise präsentierte sich das Pfullinger Team. Auch vom sonst so stimmgewaltigen Abwehrchef Sven Packert war nicht viel zu hören.

Keeper Welsch verhindert Schlimmeres

Gleichzeitig müssen sich Dünkel, Packert und Co. bei ihrem stark aufgelegten Schlussmann Martin Welsch bedanken. Hätte der 23-Jährige nicht gleich mehrfach bravourös gehalten, dann hätte der Nachmittag gut und gerne auch in einem Debakel enden können. (GEA)