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Aktuell Kommentar

Alternativlose Verjüngungskur

Irgendwie waren das nach all den fußballerischen Katastrophen in diesem Jahr zwei zukunftsorientierte Halbzeiten. Die erste gegen Russland in Leipzig und die erste gegen die Niederlande in Gelsenkirchen. Andererseits zeigen die beiden Spiele aber auch den momentanen Aggregatzustand der Nationalmannschaft.

Joachim Löw
Bundestrainer Joachim Löw. Foto: Ina Fassbender
Bundestrainer Joachim Löw.
Foto: Ina Fassbender
Da gibt es Nachwuchskräfte, die bei hohen technischen Fertigkeiten und einem hochentwickelten Spielverständnis ein hohes Tempo gehen können. Die von Joachim Löw eingeleitete Verjüngungskur scheint alternativlos, und vor allem das Tempo zeigt bei dem ein oder anderen der Etablierten, dass sich Karrieren dem Ende zuneigen. Das heißt nicht automatisch, dass man diese Spieler aktuell nicht mehr braucht. Aber auch von diesen Spielern muss Löw Optimales verlangen, wenn das Ziel die Rückkehr in die Weltspitze sein soll.

 

Der moderne wettbewerbsgetriebene  Fußball wird immer schneller, die Halbwertzeiten von Karrieren entsprechend kürzer. Man mag das bedauern, aber der Leistungssport funktioniert nach den Gesetzen des Marktes. Die einzig denkbare Alternative liegt darin, Wettbewerbe zu reduzieren und nicht immer noch mehr Konkurrenzen und immer noch mehr Formate zu schaffen.

 

Danach sieht es im Milliardengeschäft Fußball aber nicht aus. Obwohl gerade die jüngsten Versuche des Fifa-Präsidenten, den Sport weiter hemmungslos zu kommerzialisieren, nur Abscheu hervorrufen müssen. Aber Abscheu ist das eine, die wirkungsvolle Abkehr vom totalen Geschäft das andere.