Mit Kopf, Herz und Hand
Schon jetzt kann man im ersten Stock der Theodor-Heuss-Schule an verschiedenen mit Grafikprogrammen oder Stiften gestalteten Plakaten erkennen, welche Gedanken sich die Schüler über die Reichspogromnacht gemacht haben. »Der beste Geschichtsunterricht kann nicht bewirken, was dieser Auftrag bewirkt hat«, berichtet Schulleiter Johannes Epple über die Schüler, die sich mit »Kopf, Herz und Hand« beschäftigt hätten. Springerstiefel mit Peace-Zeichen, ein flehender Friedensengel, eine brennende Synagoge im Auto-Rückspiegel: Die Schüler gingen bei der Gegenüberstellung der Erinnerung an damals mit dem Ausblick in die Zukunft, »sensibel, feinfühlig und selbstständig« zu Werke, wie Kunstlehrerin Jutta Pohl formuliert. »Es war schwierig, Krieg und Frieden in einem Bild zu vereinen«, erklärt die 17-jährige Schülerin Monique. Und auch die Mitschüler, die die Reichspogromnacht nicht bildlich, sondern in Aufsätzen aufgearbeitet haben, waren schwer gefordert. Alle Arbeiten werden am 9. November in der Marienkirche zu sehen sein.Bei der Gedenkstunde wird das Erinnern an gestern nach der Begrüßung durch Pfarrerin Christina Hoernig und Schulleiter Johannes Epple durch exemplarische Biografien von Opfern umgesetzt. Zum Gestalten des Morgen werden die Gedanken in ausgewählten Aufsätzen der Heuss-Schüler vorgetragen. Eine Klezmergruppe um die Theodor-Heuss-Kollegen Susanne Dannecker, Christoph Digel und Rainer Krimmel sowie der Schulchor werden den musikalischen Rahmen bilden. Im Anschluss an die Gedenkstunde setzt sich ein Lichterzug über die Oberamteistraße zur Gedenktafel am Spendhaus in Bewegung, wo Dr. Josef Rothschild das »Kaddisch« - ein jüdisches Gebet - sprechen wird. (GEA)