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Aktuell Reutlingen

Echt gut: Noch ’ne Wahl

Wer nach der Bundestagswahl, Höhe- und Schlusspunkt des Superwahljahres 2009 gleichermaßen, nun in ein Wahlloch fallen sollte - dem kann geholfen werden. Denn jenseits der hohen Politik geht der Wahlmarathon weiter. Und nachdem die Reutlinger nun ja gleich drei Abgeordnete ins Bundesparlament katapultiert haben, warum sollte nicht auch ein Reutlinger den Ehrenamtspreis des Landes Baden-Württemberg gewinnen?

Immerhin ist es bereits drei Jahre her, seit die Reutlinger Citykirche in der Kategorie »Lebendige Gesellschaft« den ersten Platz belegte. Das Reutlinger Projekt, das es 2009 unter die zehn nominierten in dieselbe Kategorie geschafft hat, ist die »Reutlinger Sägemühle« am Echazufer.

Gebaut wurde sie 1726, nach dem großen Stadtbrand, und war - so jedenfalls die Eigenwerbung - »von enormer Bedeutung für den Wiederaufbau« Reutlingens. Im 19. Jahrhundert hatte die Firma Burkhardt + Weber in den Räumen der Mühle ihre ersten Werkstätten, 1912 übernahm Johann Georg Wegst die Sägemühle und modernisierte sie. Durch Brandstiftung wurde sie 1978 fast komplett zerstört, aber Walter Wegst baute sie wieder auf und betrieb sie mit einem Arbeiter bis zur Geschäftsaufgabe 1984.

Heute ist die Wegst’sche Mühle die letzte von 21 Mühlen und Mahlwerken in Reutlingen - und voll funktionstüchtig. »Echt gut« daran: Walter Wegsts Neffe Kurt hält nicht nur die Familientradition aufrecht, sondern dieses auch noch ehrenamtlich. Schulen und Vereine kommen so in den Genuss kostenloser Führungen, sogar das Schneiden der Holzstämme kostet keinen müden Euro. Auch bei Stadtführungen setzt Kurt Wegst die Schwungräder gern in Gang.

Wer meint, das »lebendige Museum« und seine Betreiber hätten den »Ehrenamts-Oscar« verdient, kann bis einschließlich 10. Oktober entweder - für 3,9 Cent pro Minute - telefonisch unter 0 18 01-01 03 01-10 oder im Internet seine Stimme abgeben. Dort finden sich übrigens noch mehr vorbildliche Projekte aus der Region: der Engstinger Notfallnachsorgedienst des DRK-Kreisverbands in der Kategorie »Soziales Leben« mit der Telefon-Endnummer -39, der Naturschutzbund Pfullingen, Kategorie »Umwelt und nachhaltige Entwicklung«, mit der Endnummer -46 und die Altenrieter Initiative »Juneco«, Kategorie »Junge Macher«, mit der Endnummer -58.

In jeder Sparte winken dem Sieger neben der Ehrenamts-Trophäe die Teilnahme an einer Ehrenamts-Gala mit Ministerpräsident Günther Oettinger und eine Ehrenamts-Prämie in Höhe von 2 500 Euro. Wenn das nicht »echt gut« ist ...

www.echt-gut-bw.de