REUTLINGEN. Ein schwieriges Jahr liegt hinter dem Reutlinger Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes – so erläuterte der Vorsitzende des Ortsvereins, Wolfgang Hoch, bei der Jahreshauptversammlung. Im Mai 2023 hatte Daniel Reiss-Gerwig seinen Rücktritt als stellvertretender Bereitschaftsleiter erklärt. So lastete die umfangreiche Arbeit ein Jahr lang allein auf den Schultern von Bereitschaftsleiterin Miriam Martin.
Der Ortsverein war im vergangenen Jahr zu zwölf Einsätzen gerufen worden. Die Helfer vor Ort wurden 14 Mal alarmiert. »Wir waren auf 70 Sanitätsdiensten und haben 2.634 Stunden geleistet«, blickt Miriam Martin zurück. Unter anderem war das Team beim Hochwasser im Ahrtal zur Stelle. »Außerdem wurden in mehr als 50 Kursen 644 Menschen zu Ersthelfern ausgebildet, bei sechs Blutspendeterminen wurden gut 700 Blutspenden abgegeben.«
Kommissarischer Leiter
Mit großen Herausforderungen wird es weitergehen, denn trotz mehrerer Anläufe konnte kein neuer stellvertretender Bereitschaftsleiter gewählt werden – weshalb auch Martin vor zwei Wochen als Bereitschaftsleiterin zurückgetreten war. Die Leitung ging damit auf die nächste Ebene über: Aktuell hat Kreisbereitschaftsleiter Timo Merz kommissarisch die Aufgaben übernommen. Nun gelte es, ein neues Team zu formen: »Nicht das, was war, müssen wir in den Blick nehmen, sondern das, wo wir gemeinsam hin möchten. Wofür wir stehen. Nicht für den Einzelnen, sondern für das Gesamte«, rief Merz die Rotkreuzler auf. Hierbei gelte es, offen zu kommunizieren und die wichtigsten Punkte anzusprechen. Nur so könnten neue, für alle akzeptable Regeln entstehen.
Vereinsvorstand Hoch gab einen Überblick über im vergangenen Jahr gefasste Beschlüsse. So soll 2024 unter anderem ein Notstromaggregat für das Ortsvereinszentrum in der Lederstraße angeschafft werden. Nach Fertigstellung soll das Projekt eine Spende in Höhe von 3.500 Euro von der FairEnergie erhalten. Auch ist der Kauf eines neuen Rettungswagens für 40.000 Euro geplant. Ein Zuschuss vom Kreisverband in Höhe von 20.000 Euro ist laut Hoch schriftlich zugesagt.
Positive Nachrichten von der Jugendgruppe
Positives vom Reutlinger Jugendrotkreuz konnte Gruppenleiterin Lisa Buck berichten: Die Jugendgruppe des Ortsvereins Reutlingen ist eine der größten des Landkreises. Die Gruppe zählt aktuell 34 aktive Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 28 Jahren. Sechs weitere stehen auf der Warteliste. Buck zeichnete Lia Pfeiffer für ihre fünfjährige Mitgliedschaft sowie Klara Bolz und Jasmina Smajlovic für jeweils zehn Jahre beim Jugendrotkreuz aus.
Des Weiteren wurden bei der Jahreshauptversammlung geehrt: Stefan Kotz für fünf Jahre Mitgliedschaft, Miriam Martin und Alicia Geier für jeweils zehn Jahre, Jürgen Hinrichsen für 20 Jahre, Ralf Wiegleb für 25 Jahre und Dr. Dirk Baumgärtel (leider verhindert) für 30 Jahre. Zu guter Letzt überreichte Wolfgang Hoch seinem 80-jährigen Amtsvorgänger und amtierenden Kassenwart Paul Mohl eine Urkunde für stolze 65 Jahre DRK-Mitgliedschaft. Mohl war damals durch seinen Vater zum Deutschen Roten Kreuz gekommen.
Das nächste Jahr wird herausfordernd werden für den Reutlinger DRK-Ortsverein, so viel ist sicher. Hoch ist überzeugt: »Wenn wir zusammenhalten und uns in den Dienst des Roten Kreuzes stellen, ohne unsere eigenen Interessen zu verlieren, werden wir die auf uns zukommenden Aufgaben gemeinsam bewältigen können.« (GEA)

