REUTLINGEN-BETZINGEN. Schaulustige waren in der Betzinger Klopstockstraße mit ihren großen GWG-Wohnblocks bisher nicht zu finden. Das hat sich geändert, denn jetzt gibt es dort eine echte Attraktion: Zwei vorher eher triste Miethäuser haben sich zum aufsehenerregenden Hingucker verwandelt. Viele Betzinger rätseln, was es damit auf sich hat. Die Bewohner wissen Bescheid, schließlich waren sie mitbeteiligt an der Entstehung der haushohen Kunstwerke.
Motive zum Thema »Zuhause«
"Die GWG fördert aktiv und passiv Kunstprojekte, um Reutlingen noch bunter und lebenswerter zu machen", nennt die Pressestelle der Wohnungsgesellschaft den Grund für Aktionen wie die in Betzingen. Den Streetart-Künstler El Nino engagierte sie, um die beiden Häuserfassaden in der Klopstockstraße 91 und 93 mit Wandbildern - so genannten Murals - großflächig zu verschönern. Der spanische Künstler machte sich ans Werk, bei dessen Entstehung die Bewohner mitwirken konnten: Die Motive zum Thema »Zuhause« entwickelten sie gemeinsam mit dem Künstler. Das Resultat ist sehenswert. Auf der einen Fassade zeigt die Wandmalerei ein ganz in Rot gehaltenes Innenleben einer Wohnung, auf der anderen in Blautönen den Blick von außen auf die Fantasie-Wohnung - strandartiger Pool inbegriffen.
Anfrage aus dem Quartier
Das Gebäude in der Klopstockstraße wurde laut GWG für die Kunstaktion ausgesucht, weil eine direkte Anfrage aus dem Quartier kam. In der sechswöchigen Entstehungsphase versammelten sich laut Pressestelle immer wieder Menschen vor den Wandbildern und »tauschten sich interessiert mit dem Streetart-Künstler aus - darunter viel positives Feedback«.
Nicht die erste Verschönerung
Die Betzinger Aktion war nicht die erste Zusammenarbeit von GWG und El Nino. 2020 verwandelte der Künstler im Auftrag der Wohnungsgesellschaft eine mausgraue Tiefgaragenzufahrt in der Nürnberger Straße in Orschel-Hagen in ein knallbuntes Graffiti-Kunstwerk. Ein Jahr später verpasste er mit einem gemalten Baumhaus einem Flying-Space in der Kurt-Schumacher-Haus ein ganz besonderes »Fundament«. Bei etlichen anderen Graffiti-Projekte, die meistens mit Jugendlichen umgesetzt wurden, war ebenfalls die GWG die Initiatorin. (GEA)