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Milliardenförderung für Batterien: Elring Klinger und Manz profitieren

EU-Kommission genehmigt erneut umfangreiche Hilfen für eine grünere Mobilität sowie für den Ausbau der Batteriezellproduktion. Regionale Unternehmen profitieren

Eine Mitarbeiterin überprüft Zellkontaktiersysteme für Batterien.  FOTO: ELRING KLINGER
Eine Mitarbeiterin überprüft Zellkontaktiersysteme für Batterien. Foto: Elring Klinger
Eine Mitarbeiterin überprüft Zellkontaktiersysteme für Batterien.
Foto: Elring Klinger

BERLIN/REUTLINGEN. Die EU-Kommission hat zum zweiten Mal Milliardenhilfen zur Unterstützung der Produktion von Batteriezellen und Batteriemodulen (IPCEI = Important Project of Common European Interest) in Europa genehmigt. Deutschland und elf EU-Länder können bis zu 2,9 Milliarden Euro zusätzlich bereitstellen, wodurch Fortschritte bei der Elektromobilität erzielt werden sollen, teilte die Behörde mit.

Europa will bei der Batteriezellproduktion aufholen, bisher dominieren in dem Bereich asiatische Konzerne. Wegen des starken Zuwachses von Elektroautos werden Abhängigkeiten von Fernost befürchtet. Bereits im Dezember 2019 hatten die EU-Wettbewerbshüter grünes Licht für die milliardenschwere Förderung einer europäischen Batteriezellenfertigung gegeben. Von den Vorhaben erhofft man sich einen Innovationsschub in diesem Wirtschaftszweig.

Natürlich sei der »frühere Vorsprung« der asiatischen Hersteller groß und gewaltig, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Aber die EU habe eine gute Aussicht, dass Batterien »Made in Germany« und »Made in Europe« zu einer internationalen Marke würden.

Von der Entscheidung zur Staatshilfe kann auch der US-Elektroautobauer Tesla in Brandenburg profitieren. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte am 10. Dezember das zweite europäische Großprojekt zur Batteriezellfertigung bei der Europäischen Kommission eingereicht. Vergangene Woche hieß es, Tesla könne mit den Vorbereitungen für seine Batteriefabrik nahe seiner Autofabrik in Grünheide beginnen. »Mit der Ansiedlung von Tesla werden wir unserem Ziel ein gutes Stück näherkommen, in Europa etwa 30 Prozent der Batteriezellproduktion weltweit zu realisieren«, sagte Altmaier. Es sei gelungen, Tesla zu einer »bahnbrechenden Investition« zu bewegen.

Elring Klinger und Manz dabei

Insgesamt seien elf Firmen mit Standorten in Deutschland beim zweiten EU-Batterieprojekt dabei, neben Tesla auch BMW und SGL Carbon. Aus der Region Reutlingen/Tübingen kommen hinzu: Cellforce Group GmbH (Tübingen), Elring Klinger AG (Dettingen/Erms) sowie Manz AG (Reutlingen). Zudem wird die ACI Systems GmbH (Zimmern ob Rottweil) gefördert. Die beteiligten Unternehmen bilden wesentliche Teile der Wertschöpfungskette im Bereich Batteriezellfertigung ab: ACI Systems plant ein Projekt zur nachhaltigen Gewinnung des Rohstoffs Lithium und trägt damit zur Rohstoffsicherheit der europäischen Wertschöpfungskette bei. Manz und Elring Klinger steuern Komponenten sowie Produktionstechnik zur Herstellung von Batterien bei. Cellforce ist eine Neugründung zur Herstellung leistungsfähiger Batteriezellen.

Mitte vergangenen Jahres hatte schon Batteriehersteller Varta (Ellwangen) eine Förderung von fast 300 Millionen Euro erhalten. »Das ist ein großer Erfolg für Baden-Württemberg. Damit schaffen wir beste Voraussetzungen, um in den nächsten Jahren neue Arbeitsplätze und Wertschöpfung im Zukunftsfeld Batterie aufzubauen«, so Landeswirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut.

Das Land stehe bereit, sich finanziell an der Fördermaßnahme zu beteiligen und hatte bereits im Frühjahr 2020 die nötigen Voraussetzungen dazu geschaffen. Insgesamt sind bis zu 155 Millionen Euro für beide IPCEI-Projekte bis 2030 eingeplant. Damit werden 30 Prozent der vom Bund bewilligten Fördermittel durch das Land getragen. Von der Förderung können Projekte der gesamten Wertschöpfungskette der Batterieproduktion profitieren. So sollen auch Forschungsvorhaben unterstützt werden. (dpa/zim)