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Tierleiche sorgt für Aufsehen: Ein enthaupteter Hund in Winterlingen?

Der vermeintliche »Ort des Verbrechens«: die katholische Kirche St. Gertrud in Winterlingen. Foto: Janine Lehleiter
Der vermeintliche »Ort des Verbrechens«: die katholische Kirche St. Gertrud in Winterlingen.
Foto: Janine Lehleiter

WINTERLINGEN. Seit Montagnachmittag kursiert eine Geschichte aus Winterlingen auf Facebook. Ein enthaupteter Hund sei nicht nur bei der Kirche gefunden, sondern auch noch unsachgemäß vergraben worden – im Garten einer fremden Frau, die beiläufig dazugekommen sei, als die Polizei vor Ort war. Die Ermittler hätten dem »Begräbnis« zugestimmt. Alles Quatsch, so der diensthabende Polizist.

Die Empörung ist groß: Von »Nur Menschen können so grausam sein« bis »Sofort ins Gefängnis mit dem Täter« lassen sich mannigfaltige Reaktionen auf die vermeintliche Tat lesen. Ein kleiner Hund sei nicht nur seines Kopfes und einer Schulter beraubt, sondern zudem lieblos entsorgt worden. Auf der Wiese vor der katholischen Kirche in Winterlingen.

Es fehlen Kopf und Schulter

Nachmittags findet Fabia B.s Tochter den Kadaver auf dem Nachhauseweg von der Schule. Aufgeregt erzählt sie ihrer Mutter davon, die sich schnell ein Bild vom Fund machen möchte. Ob Hund oder Katze, ist bis dato noch unklar. Für Fabia B., die selbst vier Hunde hat, gibt es nur eine logische Schlussfolgerung: Hier muss jemand mutwillig am Werk gewesen sein. Es fehlen Kopf und Schulter. »Die gechippte Seite«, sagt sie.

Man könne davon ausgehen, dass das mit Absicht geschehen sei. Zwei Stunden steht sie wartend in der Kälte, doch die gerufene Polizei sei nicht gekommen. Nach eineinviertel Stunden ein Anruf, es stehe kein Dienstwagen zur Verfügung. »Dann bin ich irgendwann ins Warme, weil ich so gefröstelt habe, eine Nachbarin hat dann übernommen.« Was danach passiert ist, kann sie nicht einschätzen, doch ihre Meinung steht fest: »Da wollte jemand seinen Hund loswerden.«

Viel Unsinn erzählt worden

Seither laufen die Telefone der Polizei in Albstadt-Truchtelfingen heiß. Denn diese wird als zuständige Dienststelle auf der Facebook-Seite von »Suchhunde Baden-Württemberg« genannt. Hier würde man auch jene Ordnungshüter finden, die es gewissermaßen erlaubt hätten, dass eine Unbekannte den Hund in ihrem Privatgarten vergräbt. Entsprechend ist auch die Reaktion der diensthabenden Polizisten bei Nachfrage des ZOLLERN-ALB-KURIERS.

Es sei viel Unsinn erzählt worden und mehr gebe es auch nicht dazu zu sagen. Von einem »freiwillig angebotenen Begräbnis« sei nie die Rede gewesen. Christian Wörner von der Pressestelle des Polizeipräsidiums sei der Fall bekannt und man müsse davon ausgehen, dass das Tier, aus welchen Gründen auch immer, auf das Kirchengelände geworfen wurde.

Des Rätsels Lösung?

Jenny Bauer von »Suchhunde Baden-Württemberg« versucht, den Rätselknoten um die vermeintliche Beerdigung ein wenig zu entwirren. Der Verein habe einen Anruf erhalten, dessen Inhalt wohl lautete, dass man herausgefunden habe, dass der Hund nach der polizeilichen Begehung zum Vergraben freigegeben wurde, was die Vereinsmitglieder selbst verwundert hatte.

Nach Rücksprache mit Jägern war anfangs bisher nicht einmal klar, ob es sich um einen Hund oder ein Lamm handele. Der Verwesungsgrad und die Krallen des Tieres ließen zuerst auf beides schließen. Eine weitere Theorie wäre auch, dass es sich um die Beute eines Luchses handele, da dieser sein Gerissenes teilweise wohl enthaupte. »Wir werden die Polizei aber gerne unterstützen, sollte hier Bedarf bestehen«, erklärt Jenny Bauer abschließend. (ZAK)