STETTEN A. K. M./MÜNSINGEN. Mit rund 20.000 Besuchern hatten die deutschen Streitkräfte gerechnet. Letztendlich waren es knapp 30.000, die am Wochenende in die Alb-Kaserne nach Stetten am kalten Markt (Landkreis Sigmaringen) geströmt sind. Dort gab es nach 2016 zum zweiten Mal einen »Tag der Bundeswehr«, der dieses Mal der einzige in ganz Süddeutschland war.
Auf den zahlreichen Parkplätzen rund um die Kaserne sah man dieses Jahr auffällig viele Autos mit dem Kennzeichen »RT«. Kein Wunder: Die ehemalige Garnisonsstadt Münsingen pflegt seit März eine Patenschaft mit dem in Stetten am kalten Markt beheimateten Artilleriebataillon 295. Die fünfte Batterie des Verbands hat seit zehn Jahren freundschaftliche Verbindungen zur Gemeinde Zwiefalten.
Amtshilfe aus Münsingen
Auch Münsingens Bürgermeister Mike Münzing ließ es sich nicht nehmen, einen Blick hinter den Zaun des militärischen Sperrbereichs zu werfen, der sonst für die zivile Öffentlichkeit verschlossen ist. Einmal mehr habe man den wichtigen Auftrag der Bundeswehr ins Bewusstsein der Bürger gerückt, erklärte er. Die Soldaten zeigten eindrucksvoll, wie ihr Arbeitsalltag im Flecktarn aussieht. Zudem hatte die ehemalige Garnisonsstadt Münsingen Amtshilfe gegeben. Sie stellte die Holzhütten, die sonst beim Weihnachtsmarkt gebraucht werden, den Soldaten leihweise zur Verfügung.
Oberstleutnant der Reserve Jörg Ebert aus Betzingen, der Kompaniechef der Heimatschutzkompanie »Schwäbische Alb«, und seine Soldaten, ebenfalls alle Reservisten, waren für die Einlasskontrollen zuständig. Brigadegeneral Christian Friedl, Kommandeur der veranstalten-den Deutsch-Französischen Brigade (DEU/FRA-Brigade), zeigte sich begeistert über das große Interesse an den deutschen und französischen Streitkräften, die mit allen Teilstreitkräften und Organisationsbereichen auf der Alb vertreten waren.
Mit dabei war auch die ihm unterstellte Panzerpionierkompanie 550, die nach wie vor auf Abruf steht, in den Hochwassergebieten auszuhelfen, sofern weitere Kräfte der Bundeswehr dort gebraucht werden.
200 Meter über den Köpfen
Weitere knapp 70 Aussteller präsentierten sich in der Garnisonsgemeinde. Dazu zählten unter anderem die Polizei, der Zoll, die Malteser, das DRK und das THW. Ein Feldpostamt war ebenfalls vor Ort. Zu den Attraktionen zählten neben den 50 statischen Waffenschauen auch die dynamischen Vorführungen der DEU/FRA-Brigade und Überflüge des Seefernaufklärers P-3C Orion. Das Transportflugzeug A 400M flog am Nachmittag vier Mal in einer Höhe von rund 200 Metern über die Köpfe der Besucher.
Die bundeswehreigene Feuerwehr Heuberg zeigte, wie sie in wenigen Minuten ein Militärflugzeug löscht. Zudem hatte man die Möglichkeit, an einer Busfahrt über den sonst ebenfalls für die Öffentlichkeit gesperrten 4.800 Hektar großen Truppenübungsplatz Heuberg teilzunehmen. Lange Schlangen bildeten sich auch vor dem Transportpanzer Fuchs und dem gepanzerten Transport-Kraftfahrzeug Boxer, in denen die Gäste eine Runde drehen konnten. (lejo)


