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Aktuell Begleitung

Langjähriger Einsatz für das Eninger Hospiz

Der Förderkreis Hospiz Veronika feiert sein 20-jähriges Bestehen. Deshalb gibt's eine Benefizveranstaltung mit Kabarettist Helge Thun am 27. März.

Seit 20 Jahren unterstützt der Förderkreis Hospiz Veronika die Eninger Einrichtung. FOTO: HOSPIZ
Seit 20 Jahren unterstützt der Förderkreis Hospiz Veronika die Eninger Einrichtung. Foto: Privat
Seit 20 Jahren unterstützt der Förderkreis Hospiz Veronika die Eninger Einrichtung.
Foto: Privat

ENINGEN. Sterbenden Menschen bis zuletzt ein Leben in Würde und mit hoher Lebensqualität bieten – das ist das Ziel des Hospizes Veronika, das 2002 in Eningen eröffnet wurde. Fast genauso lange, seit 2004, unterstützt der Förderkreis Hospiz Veronika die Einrichtung der Keppler-Stiftung, wurde einst eben zu diesem Zweck gegründet. Das 20-jährige Bestehen des Vereins soll nun das ganze Jahr über mit verschiedenen Veranstaltungen gefeiert werden – los geht’s am Mittwoch, 27. März, um 19.30 Uhr mit einer Benefizveranstaltung des Komikers Helge Thun in der Hauptfiliale der Kreissparkasse Reutlingen.

»Der Förderkreis steht für bürgerschaftliches Engagement, ohne das die Hospizarbeit nicht möglich wäre«, betont Hospizleiter Andreas Herpich. Vor allem auf Initiative des Eningers Wolfgang Sautter hätte sich kurz nach Gründung des Hospizes ein kleines Grüppchen von Menschen zusammengetan, um mit dem Förderverein eine solide Basis für die Finanzierung der Einrichtung zu schaffen, erinnert sich Dr. Barbara Dürr. Sie gehört ebenfalls zu den Gründungsmitgliedern und steht dem Verein – nach Sautter und Dr. Friedrich Vollmer – nun seit 2021 vor.

Anfangs hätte vor allem der finanzielle Aspekt im Vordergrund gestanden, denn damals, wie heute gilt, dass Hospize nicht voll finanziert werden, sprich einen Teil des Budgets selbst über Spenden aufbringen müssen. 

20 JAHRE FÖRDERKREIS HOSPIZ VERONIKA

Das Programm auf einen Blick

Den Auftakt der Jubiläumsveranstaltungen macht am Mittwoch, 27.  März, um 19.30 Uhr der Comedian Helge Thun. In der Kreissparkasse Reutlingen, Marktplatz 6, bietet er dem Publikum Reime, Tricks und Comedy. Am Mittwoch, 26. Juni, um 19 Uhr wird der Medizinethiker Professor Giovanni Maio am selben Ort einen Vortrag über Hospize als Vorbilder und Impulsgeber für eine Sorgekultur halten. Anmeldung für beide Veranstaltungen unter www.events.ksk- reutlingen.de »Todeswünsche – Impulse und Gespräch« ist ein Gesprächsabend überschrieben, den am Dienstag, 16. Juli, um 19 Uhr die Förderkreisvorsitzende Dr. Barbara Dürr und Hospizleiter Andreas Herpich im Hospiz Veronika Eningen, Schillerstraße 60, gestalten werden. Letzte-Hilfe-Kurse gibt es am Mittwoch, 5. Juni, und Mittwoch, 18. September, jeweils von 17.30 bis 21.30 Uhr mit Dr. Barbara Dürr und Reinhilde Kohnle-Vöhringer. Anmeldung zum Gespräch und den Letzte-Hilfe-Kursen unter team@hospiz- veronika.de oder telefonisch unter 07121820360. Am Samstag, 13. April, und am 19. Oktober, wird das Hospiz von 10 bis 12 Uhr seine Türen für alle Interessierten öffnen. Ohne Anmeldung. (GEA)

Der XXL-Stollen, den es seit Langem jedes Jahr beim Eninger Weihnachtsmarkt zu kaufen gibt, Vorträge, Konzerte: Viele verschiedene Spendenaktionen und -veranstaltungen hat der Förderkreis zugunsten des Hospizes organisiert und unterstützt. Über die Jahre habe sich der Verein aber auch weiterentwickelt, betont Dürr: »Wir haben uns von Geldsammlern und -gebern zu kreativen Mitdenkern entwickelt.« Der Förderkreis sei von Anfang an eine Initiative von Menschen gewesen, die sich voll mit dem Hospiz und seinem Anliegen identifiziert haben.

Therapeutische Angebote, wie Kunst- oder Musiktherapie, neue Möbel oder die große Renovierung des Hospizes vor zwei Jahren – all das sind Dinge, die dank der Unterstützung des Förderkreises und dessen aktuell rund 315 Mitgliedern ermöglicht wurden. Auch manche Personalstelle hätte in der Vergangenheit nur durch das Engagement des Vereins gestemmt werden können, so Herpich. Denn nur 95 Prozent der Kosten werden von den Krankenkassen finanziert, die restlichen fünf Prozent müssen über Spenden abgedeckt werden. Für Herpich leistet der Förderkreis aber noch mehr, als nur die Finanzierung. »Es geht auch um die Vernetzung mit der Gesellschaft«, betont er.

»Es geht auch um die Vernetzung mit der Gesellschaft«

Denn der Verein verstehe es auch als seine Aufgabe, die Themen Sterben und Tod in die Bevölkerung zu tragen, sagt Dürr. »Es geht uns darum, Räume zu öffnen und die Menschen an das Thema heranzuführen.« Auch deshalb organisiere der Förderkreis immer wieder Veranstaltungen und Vorträge zum Thema. Bei den Letzte-Hilfe-Kursen können die Teilnehmer etwa lernen, worauf es bei der Begleitung einer sterbenden Person wirklich ankommt. Was die Offenheit der Bevölkerung gegenüber diesen Themen angehe, habe sich in den vergangenen Jahren viel getan, so Dürr. Die anfangs häufige Skepsis sei zwischenzeitlich bei vielen verflogen – die Letzte-Hilfe-Kurse etwa, seien stets schnell ausgebucht. 

Die Vorsitzende des Förderkreises Hospiz Veronika  Dr. Barbara Dürr.
Die Vorsitzende des Förderkreises Hospiz Veronika Dr. Barbara Dürr. Foto: Melinda Weber
Die Vorsitzende des Förderkreises Hospiz Veronika Dr. Barbara Dürr.
Foto: Melinda Weber

Ein Ziel des Förderkreises sei es, künftig noch mehr Beratungsmöglichkeiten anzubieten, erklärt die Vorsitzende Dürr. Dazu hoffe der Vorstand angesichts des hohen Durchschnittsalters der Mitglieder, dass sich eine nächste Generation findet, die die Arbeit des Vereins einmal fortführen kann. Um die finanzielle Unterstützung für das Hospiz aber unabhängig davon abzusichern, sei 2019 aus dem Förderkreis heraus die Stiftung Hospiz Veronika als weiteres Standbein gegründet worden, so Dürr.

Doch jetzt soll erst einmal das 20-jährige Bestehen gebührend gefeiert werden. Und dabei soll auch der Humor nicht zu kurz kommen. Denn gerade auch die humorvollen Momente gehörten mit zum Hospizalltag, betont Leiter Herpich, »das ist sehr befreiend«. 

Hospizleiter Andreas Herpich. FOTOS: WEBER
Hospizleiter Andreas Herpich. FOTOS: WEBER
Hospizleiter Andreas Herpich. FOTOS: WEBER

Passend dazu wird der Komiker Helge Thun, selbst ebenfalls Förderkreismitglied, am Mittwoch, 27. März, um 19.30 Uhr in der Kreissparkasse Reutlingen die Jubiläumsveranstaltung gestalten. Im Juni wird Professor Giovanni Maio am selben Ort einen Vortrag über Hospize als Vorbilder für eine Sorgekultur halten. Weitere Letzte-Hilfe-Kurse, ein Gespräch zum Thema »Todeswünsche« sowie Tage, an denen das Hospiz besichtigt werden kann, vervollständigen das Programm. Alle Veranstaltungstermine, Anmeldemöglichkeiten und weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Hospizes Veronika unter dem Menüpunkt »Aktuelles«. (GEA) 

www.hospiz-veronika.de/aktuelles/ aktuelles