Nach dem Auftakt vor dem Rathaus um 11 Uhr mit dem Gesangverein - erstmals dirigierte Matthias Maier den Chor dabei - wurde im Krämergässle eine neue Station des Kunst- und Sinnespfads in Betrieb genommen: Das Krämer-Mobile. Vom SPD-Ortsverein gesponsert, soll es an die große Zeit des Eninger Landhandels erinnern, an die Zeit »als fast der ganze Flecken bis auf den Bürgermeister« auswärts war.
»Das ist heute genau umgekehrt«, meinte Gabriele Karus-Gaibler bei ihrer Vorstellung der Bedeutung des »Eninger Krämers« zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert. Sie brachte damit auf den Punkt, was viele an diesem Tag ärgerte: Bürgermeister Alexander Schweizer war nicht da. In Vertretung seiner eröffnete deshalb Dr. Barbara Dürr das Fest - in »gepflegtem Edel-Schwäbisch«, wie sie ihren Vortrag selbst charakterisierte. Sie erläuterte die Grundlagen der Entstehung des Landhandels und was die Eninger einst in ihren »Krätza« - großen Holzkisten - auf dem Rücken durch die Lande trugen. Sie erklärte das Fest zu einer Art Fortsetzung dieser großen Tradition.
Eningen lasse heute fast keine Wünsche offen, verfüge es doch über eine außerordentlich gute Infrastruktur. Ihr fehlte »vielleicht nur ein Open-Air-Kino im Freibad im Sommer oder im Winter dort eine Schlittschuhbahn«.
Elke Ney, die Vorsitzende des GHV, erklärte den Zweck des Fests: Damit solle - neben der Festerei - gezeigt werden, welche Läden, Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe im Ort selbst zu finden seien. In diesem Jahr machten 63 Gewerbebetriebe mit, sieben mehr als vor zwei Jahren. Und diesmal neu mit dabei sind auch Künstler und Kunsthandwerker, die ebenfalls ihre Produkte auf der Straße vorstellten. Und spätestens um die Mittagszeit waren denn auch die Straßen voll, die Leute kamen und blieben bis zum Ende. Die Veranstalter waren damit hochzufrieden; wie Elke Ney sagte, habe man ihr signalisiert, es sei noch besser ausgefallen als vor zwei Jahren. (GEA)
