Wird das Angebot von den Bürgern akzeptiert, hat das Projekt »Bürgerbus« zwar eine wichtige, aber nur eine von insgesamt drei Hürden genommen. Denn, so Bürgermeister Rudolf Heß bei der Vorstellung des Projekts, der Dauerbetrieb kann nur mit ehrenamtlich tätigen Kräften umgesetzt werden. Die Hürden zwei und drei sind also: Ein Verein muss die Trägerschaft und den Betrieb übernehmen, am Steuer des Bürgermobils müssen ehrenamtliche Kräfte sitzen.
Das klingt schwierig, ist aber machbar. Heß verweist auf erfolgreiche Projekte in den Gemeinden Ebersbach und Bad Krotzingen.
Die Konzepte dort sehen vor, dass Bürger ehrenamtlich für Bürger fahren und so älteren oder in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkten Menschen ein Stück Mobilität und damit Lebensqualität zurückgeben.
Soweit ist man in Pfullingen noch nicht. Die drei Testfahrten werden von einem Profi übernommen. Die Stadt investiert in den Probelauf 3 000 Euro. Der Dauerbetrieb durch gewerbliche Anbieter unter städtischer Regie würde jährlich 200 000 Euro kosten. »Nicht machbar«, sagt dazu Heß angesichts der schwierigen Finanzlage der Stadt.
Verein soll’s richten
Voraussetzung für die Dauereinrichtung »Bürgermobil« ist deshalb für Heß, das zunächst ein Verein gegründet wird und dass sich anschließend genügend Menschen finden, die bereit sind, sich hier ehrenamtlich zu engagieren.Der Gemeinderat und Heß begrüßen das Vorhaben, das die UWV-Fraktion ins Gespräch gebracht hatte. Wird das Konzept umgesetzt, wolle die Stadt die dafür benötigten Fahrzeuge zur Verfügung stellen, kündigte der Bürgermeister an.
Der (vorerst gemietete) »Pfullinger Bürgerbus« fährt an den drei genannten Freitagen zwischen 9 und 11.30 Uhr die extra eingerichteten Haltestellen an. Sie sind zu erkennen an einem runden Schild mit einem großen »H« drauf und dem Schriftzug »Bürgerbus«, erklärt Manfred Wolf, Leiter des städtischen Ordnungsamtes, die Details.
An- und Abfahrtsort ist jeweils der Laiblinsplatz. Ein Fahrplan, den die Stadt morgen in einer amtlichen Bekanntmachung veröffentlichen will, listet zehn Haltestellen in der Oststadt und 16 in der Weststadt auf.
Die Oststadtlinie bedient unter anderem: Schul-, Achalm-, Mozart-, Gerhart-Hauptmann-, Krausstraße und Entensee. Die Weststadtlinie bedient unter anderem Gymnasium, Traubenstraße, Elster- und Drosselweg, Schlossgartenstraße, Seitenhalde. Der Fahrplan für die Testfahrten ist auch auf der Homepage der Stadt ( www.pfullingen.de) einzusehen.
Fragenbogen der Stadt
Die Stadt verteilt an alle Haushalte einen als Flyer gestalteten Fragebogen. Mit ihm will sie zwei Dingen klären. Erstens: Besteht Bedarf an einem Bürgerbus. Zweitens: Wer hat Interesse an einer ehrenamtlichen Mitarbeit?Der ausgefüllte Fragebogen soll bis 30. Oktober wieder im Rathaus sein. Die Auswertung soll noch in diesem Jahr erfolgen. (GEA)
