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Aktuell Dorfentwicklung

Dettingens Ortsmitte soll für die Zukunft fitter gemacht werden

Die Gemeinde Dettingen beteiligt sich am Projekt Innenstadtberater der IHK Reutlingen und das Interesse ist groß, den Innerort zukunftsfähig zu machen: 20 Interessierte kamen zur Kickoff-Veranstaltung

Da geht noch mehr: Der Dettinger Marktplatz weist wenig Aufenthaltsqualität auf.
Da geht noch mehr: Der Dettinger Marktplatz weist wenig Aufenthaltsqualität auf. Foto: Kirsten Oechsner
Da geht noch mehr: Der Dettinger Marktplatz weist wenig Aufenthaltsqualität auf.
Foto: Kirsten Oechsner

DETTINGEN. Dettingen hat, was viele andere Kommunen so nicht mehr vorweisen können: einen relativ intakten und belebten Innerort mit einem Mix an Angeboten von Schreibwaren über Bücher und Kleidung, Haushaltswaren und Geschenkartikeln bis hin zu einem Metzger, Bäcker und einem Gemüseladen. Der Leerstand hält sich in Grenzen, doch auf dem Ist-Zustand möchte sich die Gemeinde nicht ausruhen und beteiligt sich an dem Projekt Innenstadtberater der IHK Reutlingen. »In unserem wunderschönen Ortskern sieht alles noch ganz gut aus«, betonte Bürgermeister Michael Hillert bei der Kickoff-Veranstaltung am Mittwoch. »Wir wollen aber nicht da hinkommen, wo andere Städte schon sind«, führte aus und gab auch gleich seine Wünsche zum Besten: Ein Drogeriemarkt fehle.

Zum Auftakt waren 20 interessierte Frauen und Männer in den Sitzungssaal des Rathauses gekommen, denen die Weiterentwicklung der 10 000-Einwohner-Kommune wichtig ist: Unter anderem Vertreter des Einzelhandels, Gastronomen, gewerbliche Vermieter, Vertreter von Vereinen und der evangelischen Kirche. Projektleiterin Madeleine Arnold zeigte sich begeistert von der Resonanz, das sei in der Intensität nicht immer der Fall. Der Grund fürs Interesse sei einfach erklärt, so Rolf Hägele: »Wir haben in den 90er-Jahren mit der Ortskernsanierung zukunftsweisendes auf den Weg gebracht«, erklärte der Gewerbevereinsvorsitzende. Um das zu erhalten und voranzubringen brauche Dettingen Impulse von außen – das erhoffe er sich von der Projektbeteiligung.

Die Aufenthaltsqualität steigern

Das Hotel-Restaurant »Rössle« ist seit 1864 in Familienbesitz und liegt mitten im Ortskern, dessen Attraktivität solle laut Inhaber Stephan Schlecht nicht verloren gehen. Tanja Herrmanns Familie ist ebenfalls seit unzähligen Jahrzehnten im Ort angesiedelt, sie führt dort inzwischen ein Bekleidungsgeschäft und eines liege ihr neben ausreichend Parkraum am Herzen: Die Gestaltung des Marktplatzes. Und auch Café-Inhaberin Verena Kammerer betonte: »Wichtig ist, dass drumherum Leben ist.« Die Aufenthaltsqualität müsse gesteigert werden, das war der Tenor in der Runde.

Es gehe jedoch um weitaus mehr, als um das Aufstellen von weiteren Bänken, machte Heinrich Beck deutlich und forderte auf, in die nahe Zukunft zu denken: »Wir müssen uns fragen, wie der Einzelhandel in fünf Jahren aussieht.« KI, autonomes Fahren und weitere sich rasant entwickelnde Themen müssten dringend ins Gedankenspiel mit aufgenommen werden: »Wir müssen schneller darauf reagieren.« Sonst werde man von der Realität überrollt: Vielleicht würden in nicht allzu ferner Zukunft die Menschen aus der Buchhalde auf einem Magnetstreifen in den Ort kommen – so skizzierte der Chef von BeckaBeck ein mögliches Szenario. Und deshalb werde, so die allgemeine Ansicht, die Mobilitätswende auch ein wichtiger Aspekt beim Thema Belebung des Innerorts sein. FWV-Gemeinderat Klaus Hirrle forderte mehr Abstellplätze für Räder ein. Der Bürgermeister erwartet eine Belebung des Ortes, wenn die Ermstalbahn im Halbstundentakt fährt.

An Online-Befragung teilnehmen

Es gibt viel zu überlegen, das wurde bei der Auftaktveranstaltung deutlich. Bis am Ende klar ist, welche Maßnahmen für Dettingen passend sein könnten und umgesetzt werden sollten, steht ein längerer Prozess inklusive Innenstadt-Check, einer Befragung der Betriebe und der Passanten an, zudem werden immer wieder Workshops stattfinden. Auch können Interessierte unter https://umfrage.citybenchmark.de/dettingen an einer Online-Befragung teilnehmen. Wichtig sei laut Madeleine Arnold am Ende des Projekts eines: Dass die Ergebnisse nicht in der Schublade landen würden. Da habe sie für Dettingen indes keine Bedenken: »Ich hatte noch nie eine so diskussionsreiche Kickoff-Veranstaltung.« (GEA)